Vom Wahllokal zur Bergstation: Was das neue Jahr in NÖ bringt
Symbolbild Frequency
Das Land startet in ein neues Jahr. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher erwarten (Neu-)Wahlen, neue Gesundheitseinrichtungen sowie jede Menge Kultur und Baustellen.
Wahlen
Das Wichtigste zuerst: Die Landeshauptstadt St. Pölten wählt am 25. Jänner einen neuen Gemeinderat. Für die SPÖ unter Matthias Stadler geht es darum, die mittlerweile 75 Jahre andauernde Vorherrschaft der Roten zu verteidigen. ÖVP, FPÖ und Grüne wollen die Absolute brechen, die Neos zulegen. Die KPÖ und die "Multikulturelle Gesellschaft" wollen den Einzug ins Stadtparlament schaffen. Etwas mehr als 44.000 St. Pöltnerinnen und St. Pöltner dürfen die 42 Gemeinderatsmitglieder wählen.
In St. Pölten wird 2026 gewählt.
Doch auch in anderen Gemeinden wird gewählt – erneut. In Neunkirchen werden die Wählerinnen und Wähler nach einem wahrhaften Polit-Chaos wieder zur Urne gebeten. In Kematen an der Ybbs (Bezirk Amstetten) hat der Verfassungsgerichtshof Neuwahlen angeordnet. Die SPÖ hatte kritisiert, dass es beim Wahlablauf zu Verfehlungen gekommen ist. Und auch in Gablitz (Bezirk St. Pölten-Land) könnte neu gewählt werden, ein Gerichtsentscheid darüber steht aus.
Kulturreigen
In punkto Veranstaltungen ist für das frisch angebrochene Jahr einiges geplant: Unter dem Titel "Wenn die Welt Kopf steht" wird am 28. März die Landesausstellung 2026 im Landesklinikum Mauer eröffnet. Im Zentrum der Schau steht das Thema seelische Gesundheit und der gesellschaftliche Umgang mit psychischen Erkrankungen – früher wie heute. Besichtigungen sind bis Anfang November möglich.
Ende August kommt in der Landeshauptstadt Feierlaune auf. Von 20. bis 22. August performen diverse Stars, Bands und DJs beim Frequency Festival. Bereits zum 26. Mal geht die wohl größte Party des Landes in St. Pölten über die Bühne. Das diesjährige Line-up besteht unter anderem aus der Indie-Rock-Band Kraftklub, dem Musiker-Duo Twenty One Pilots, dem Rapper Sido und der Pop-Sängerin Lorde. Insgesamt sind bereits über 40 Künstlerinnen und Künstler für das Event bestätigt.
Gesundheitsplan 2040+
Die Wogen haben sich noch lange nicht geglättet. Dennoch erfolgen 2026 die nächsten Schritte im Zuge der großen niederösterreichischen Gesundheitsreform, allen Kritikern zum Trotz. Die Bauarbeiten für das neue Landesklinikum in Gmünd sollen 2026 starten, 2029 soll es in Betrieb gehen. Die urologischen Leistungen im Waldviertel werden in Horn gebündelt. Zwettl soll 2026 eine neue Primärversorgungseinheit erhalten, ebenso wie Baden, Lilienfeld und Mistelbach.
Apropos Weinviertel: Dort kommt es mit einem neuen, zentralen Klinikum landesweit zum größten Umbruch. Als Vorbote dessen wird der Verband zwischen den Spitälern Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau weiter gestärkt. Bereits 2025 wurde die Geburtshilfe in Stockerau fokussiert. Im UK Krems will man 2026 mit Roboterchirurgie einen großen Sprung nach vorne machen.
Großbaustellen
In Sachen Verkehr wirft der lange diskutierte Lobautunnel seine Schatten voraus: Ab dem Frühjahr wird dafür in Niederösterreich gebaut, und zwar zunächst an der S1 Außenrind-Schnellstraße zwischen Groß-Enzersdorf und Süßenbrunn.
Doch auch im Zugverkehr muss man sich auf Großprojekte einstellen: Insgesamt investieren die ÖBB im neuen Jahr 839 Millionen Euro in das Schienennetz des Landes. Die Traisentalbahn wird elektrifiziert, ab Juni kommt es zu Schienenersatzverkehr zwischen St. Pölten und Schrambach bzw. Hainfeld. Auf der Pottendorfer Linie muss man von Jänner bis September zwischen Wampersdorf und Ebenfurth auf Schienenersatzverkehr ausweichen, von September bis Dezember ist der Abschnitt bis Wiener Neustadt betroffen.
Im Bahnverkehr müssen sich die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auf umfassende Bauprojekte einstellen.
An der Nordbahn wird noch bis Oktober gebaut. Zum neuralgischen Punkt wird einmal mehr die Stammstrecke, die viele Pendler aus NÖ betrifft: Zunächst gibt es eine Sperre zwischen Wien-Praterstern und Wien-Floridsdorf, zwischen Wien-Hauptbahnhof und Wien-Praterstern wird dann von September 2025 bis Ende Oktober 2027 gebaut. Die Kamptalbahn wird Ende des Jahres modernisiert, und auch an der Weststrecke erfolgen Erhaltungsmaßnahmen. Der neue Bahnhof in Himberg sorgt von März bis Juni für umfangreichere Einschränkungen.
Endstation?
Die Zukunft der Ötscherlifte wird auch 2026 Thema sein. Im vergangenen Sommer hatte das Land einer Verlängerung des Betriebs um ein weiteres Jahr zugestimmt – für 2027 und darüber hinaus gibt es keine Budgetbeschlüsse. Ziel bleibt die Neupositionierung der in wirtschaftliche Schieflage geratenen Region als touristische Ganzjahresdestination. Dafür braucht es unter anderem Nutzungsvereinbarungen zum Radfahren auf ausgewählten Forststraßen. Die Verhandlungen dafür sind im Laufen.
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