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Chronik Niederösterreich
11/09/2021

Industrie sucht händeringend nach qualifiziertem Personal

Der Fachkräftemangel in Niederösterreich hat sich seit dem Vorjahr weiter verschlimmert.

von Stefan Jedlicka

Der Fachkräftemangel in Niederösterreichs Industrie verschärft sich weiter. In einer aktuellen Umfrage klagen mehr als acht von zehn Unternehmen über zu wenig qualifizierte Mitarbeiter. Daher wollen die Industriellenvereinigung und die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Jugendliche mit einer neuen Imagekampagne für Industrieberufe begeistern.

Sorge um Wirtschaftsstandort

Ein Drittel der befragten Unternehmen sieht sich „sehr stark“ vom Fachkräftemangel betroffen. Zum Vergleich: Im Vorjahr war es nur ein Fünftel. Das Problem verschlimmert sich also. „Wir dürfen nicht zulassen, dass es nächstes oder übernächstes Jahr jeder zweite ist. Das würde unsere Unternehmen massiv zurückwerfen. Und unseren gesamten Wirtschaftsstandort auch“, warnt Helmut Schwarzl, Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer NÖ.

Keine Entspannung in Sicht

Am dringendsten gesucht würden Mitarbeiter in sogenannten „MINT-Jobs“, also im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, weiß Thomas Salzer, Präsident der niederösterreichischen Industriellenvereinigung. „Gerade in diesem Bereich entstehen die Jobs der Zukunft.“ Eine Entspannung der Situation sei nicht in Sicht, meint Salzer mit Verweis auf geburtenschwache Jahrgänge und Pensionierungen: „Der aktuelle Mangel ist nur ein Vorbote dessen, was noch kommt.“

Gutes Einkommen

In Niederösterreichs Industrie gibt es aktuell über 200 Lehrbetriebe mit rund 2.600 Lehrlingen in Ausbildung. „Das vergangene Jahr hat auch gezeigt, dass Industrieberufe vergleichsweise krisensicher sind, weil die Betriebe auch im Lockdown weiterproduziert und die Versorgungssicherheit im Land gewährleistet haben“, so Salzer. Lehrberufe würden in der Industrie auch überdurchschnittlich hohe Verdienstchancen bieten: „Es ist nicht unüblich, dass man nach einer abgeschlossenen Industrielehre gleich gut oder sogar besser verdient als nach so manchem Hochschulabschluss. Auch beim Lebenseinkommen haben die ehemaligen Lehrlinge einen klaren Vorsprung.“

Coronabedingt konnten im Herbst keine Tage der offenen Tür stattfinden. Eine Kampagne soll junge Menschen nun für die Industrie gewinnen. Mehr dazu auf www.in-macht-sinn.at

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