© Rotes Kreuz/Markus Hechenberger

Krisenintervention
10/06/2021

Immer mehr Einsätze für die Helfer bei seelischen Wunden

292 Mitarbeiter der Krisenintervention stehen Tag und Nacht bereit, Nachwuchs wird dringend gesucht.

von Johannes Weichhart

Als am Morgen des 29. Jänners ein Haus in Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg in die Luft flog, waren auch sie zur Stelle: die Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes (RK). Die Experten übernehmen die Betreuung von Menschen nach traumatischen Ereignissen. Dazu zählen plötzliche lebensgefährliche Erkrankungen, Verletzung oder Tod eines Angehörigen und der Verlust der Lebensgrundlage etwa durch Naturkatastrophen.

„Ziel ist die Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit und die Unterstützung des Trauerprozesses“, erklärte Chefpsychologe Cornel Binder-Krieglstein. Die aus freiwilligen Mitarbeitern bestehenden Teams – im Bundesland stehen 292 psychologisch geschulte Personen und psychosoziale Fachkräfte zur Verfügung – sind durchgehend erreichbar.

Telefondienste

Seit nunmehr 20 Jahren sind die Helfer bei seelischen Wunden schon in Niederösterreich aktiv. Zu tun gibt es für die Teams genug, sie werden immer öfter angefordert. „Waren es im Jahr 2001 noch insgesamt 45 Einsätze mit 86 betreuten Personen, so lagen die Zahlen im Jahr 2020 – trotz Pandemie – bei 782 Einsätzen mit 1.452 betreuten Personen“, berichtet RK-Präsident Josef Schmoll.

Die Corona-Pandemie stellte die Krisenintervention im Roten Kreuz vor eine zusätzliche Herausforderung. Der Betrieb vor Ort musste vorübergehend eingestellt bzw. – so möglich – auf Telefonbetreuung umgestellt werden. Doch eines war schnell klar: Die Betreuung am Einsatzort oder bei den Familien kann zwar unter Umständen auch via Telefon mit Erfolg abgehalten werden, ersetzt aber die Betreuung vor Ort nicht vollständig. Um den Betrieb trotz Pandemie wieder aufnehmen zu können, wurde eine Kriseninterventions-Task-Force gegründet und dank zusätzlicher Schulungen konnte die Betreuung im Winter 2020 wieder aufgenommen werden.

Neun Tage dauert die Ausbildung für diese speziellen Helfer. Nachwuchs wird gesucht, bestätigt Schmoll. „Die flächendeckende Versorgung im größten Bundesland ist für uns eine große Herausforderung“, so der RK-Präsident.

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