© Teresa Sturm

Chronik Niederösterreich
11/15/2021

Hunderte Unterschriften gegen Kiesgrube in Grafenegg

Derzeit läuft ein Genehmigungsverfahren; Lärmbelästigung befürchtet.

von Teresa Sturm

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Das Projekt ist noch gar nicht in Umsetzung, sorgt aber bereits seit einigen Jahren immer wieder für Unmut in der Bevölkerung der Gemeinde Grafenegg. Auf einem Areal ganz in der Nähe des Schlosses Grafenegg hat die Firma „Rohrdorfer Sand- und Kies-GmbH“ um Bewilligung einer Kiesgewinnung mittels Nassbaggerung angesucht. Dagegen wurden in den vergangenen Wochen Unterschriften gesammelt.

711 davon konnte die nun formierte Bürgerinitiative „Lebensqualität Grafenegg“ dem Land NÖ überreichen. Das Projekt selbst wird derzeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen. Bei dieser UVP werden mögliche Auswirkungen eines Bauprojekts auf seine Umgebung untersucht. Konkret befürchten die Gegner eine steigende Staub- und Lärmbelastung und eine „unwiederbringliche Vernichtung“ von etwa 37 Hektar Nutzfläche. Das Areal wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. „Wir wollen den Boden für die Zukunft erhalten“, sagt Monika Henninger von der Initiative. Es gäbe bereits genug Versiegelung. „Wir haben auch andere Schotterquellen in Österreich“, so Henninger.

Dialog versprochen

Man nehme die Bedenken der Anrainer ernst, heißt es seitens der Firma Rohrdorfer. Man setze auf Dialog und habe bereits eine Informationsveranstaltung abgehalten. „Unser Unternehmen betreibt bereits seit Jahrzehnten ein Kieswerk in der Nachbargemeinde Grafenwörth in unmittelbarer Nähe zum Projektareal. Durch diese Synergie und den Einsatz von ausschließlich elektrisch betriebenen Geräten, kann der Abbau im höchsten Ausmaß umweltverträglich erfolgen“, heißt es auf Nachfrage.

Die vorbereitenden Erhebungsarbeiten würden seit über drei Jahren durchgeführt. „Diese umfassen beispielsweise die Materien Lärm, Staub, Naturschutz, Hochwassereinfluss, Luftreinhaltung und Anlagentechnik. Alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte und Vorgaben müssen strengstens einhalten werden“, betont man.

Groß ist die Freude über das Projekt auch bei Philipp Stein, Geschäftsführer der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft, nicht. „Das Land hat 15 Jahre Steuergelder investiert, um einen viel beachteten Kulturbetrieb entstehen zu lassen“, so Stein. Dass es nun vermehrt zu einer Staub- und Lärmbelastung kommen könne, erfülle ihn mit Sorge.

Auch hier will man vonseiten des Bauunternehmens beruhigen: „Die Bedeutung des Kulturbetriebs wurde in der Projektplanung berücksichtigt.“ So sei ein begrünter Sicht- und Emissionsschutzwall geplant. Man will auch die Betriebszeiten auf Events des Kulturbetriebs abstimmen. Zuerst muss jedoch ohnehin die UVP abgeschlossen werden.

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