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Chronik Niederösterreich
07/18/2021

Hunderte FF-Einsätze nach Starkregen in Niederösterreich

Alarmstufe an der Donau bei Krems ausgelöst. Zivilschutzalarm in Ferschnitz und Neuhofen a. d. Ybbs. Bundesheer unterstützt Feuerwehren.

Starkregen hat am Wochenende in Niederösterreich lokale Überflutungen und vollgelaufene Keller verursacht. Tausende Mitglieder von 240 Feuerwehren waren am Sonntagabend bei rund 600 Einsätzen beschäftigt. In Ferschnitz und Neuhofen a. d. Ybbs (jeweils Bezirk Amstetten) wurde Zivilschutzalarm ausgelöst. Der Pegel der Donau erreichte am Sonntag im Bezirk Krems die Hochwasseralarmstufe. Das Bundesheer unterstützte die Feuerwehren im Bezirk Melk.

Während am Samstag in den Abendstunden vor allem die Bezirke rund um Wien betroffen waren, lag der Schwerpunkt der Einsätze am Sonntag im Mostviertel, an der Donau sowie in Teilen des Wald- und Weinviertels. Gewitterzellen gab es auch im Industrieviertel und nördlich von Wien.

Im Bezirk Amstetten war die Marktgemeinde Ferschnitz, für die ebenso wie für Neuhofen a. d. Ybbs Zivilschutzalarm galt, vorübergehend nicht erreichbar, weil eine Brücke weggerissen wurde. Laut Landeswarnzentrale waren beide Orte vom Hochwasser umschlossen, Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer getreten. Die Einwohner wurden aufgerufen, in den oberen Stockwerken zu bleiben. In Neuhofen stand der Friedhof unter Wasser. Für Aschbach wurde eine Zivilschutzwarnung ausgelöst.

Hubschrauber im Einsatz

Am Sonntag waren fast alle 88 Feuerwehren des Bezirks Amstetten bei mehr als 400 Einsätzen gefordert, berichtete die FF in einer Aussendung. Vor allem Auspumparbeiten, das Absperren von Straßen sowie Aufräumarbeiten beschäftigten die Helfer, ebenso wie Menschenrettungen. Laut Bezirksalarmzentrale war dabei auch ein Hubschrauber im Einsatz. In Ernsthofen kam es zu einem Felssturz bei der Steyrer-Bahn, die gesperrt werden musste.

Im Bezirk Melk verschärfte sich die Situation im Laufe des Nachmittags. Hier kam es zu Hangrutschungen. In Ybbs, Persenbeug, Emmersdorf und Schönbühel wurde der mobile Hochwasserschutz entlang der Donau aufgebaut. In Schönbühel-Aggsbach gab es großräumige Überflutungen. Die LB 33 war deshalb gesperrt.

Seit Sonntag ist auch das Bundesheer in einigen Hochwasser-Gebieten in Niederösterreich mit schwerem Gerät im Einsatz, berichtete das Verteidigungsministerium in einer Aussendung. Melker Pioniere lösten Verklausungen in Matzleinsdorf mit einem Bagger, auch für den Raum Neumarkt a. d. Ybbs (jeweils Bezirk Melk) wurde Unterstützung angefordert.

"Keine Gefahr" an der Donau bei Krems

Am Abend betrug der Donaupegel bei der Messstelle Kienstock nahe Krems laut den Wasserstandsnachrichten des Landes Niederösterreich mehr als 780 Zentimeter. Bereits am Vormittag war die Warnstufe erreicht worden. Trotz der Alarmstufe bestehe derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung an der Donau, teilte die Feuerwehr Krems auf ihrer Internet-Seite mit.

Im Bezirk Krems ging am frühen Nachmittag ein schweres Gewitter nieder. „Innerhalb von zwei Stunden hat es an die 150 Liter pro Quadratmeter geregnet“, berichtete die Feuerwehr. Die Folge waren laut Aussendung reißende Bäche, die sich aufgrund der Wassermassen bildeten und durch die Straßen der betroffenen Ortschaften Eggendorf, Höbenbach, Hörfarth, Meidling im Tal und Paudorf rauschten. Bewohner waren in ihren Häusern eingeschlossen, selbst die Feuerwehr in Höbenbach saß fest und konnte nicht ausrücken. Am Abend waren drei Katastrophenhilfsdienst-Züge aus den Bezirken Krems und Tulln sowie Feuerwehrtaucher und Zillenfahrer im Einsatz. Außerdem wurden fünf Großpumpen ins betroffene Gebiet gebracht.

Hotspot St. Pölten

Im Bezirk St. Pölten standen 49 Feuerwehren mit rund 600 Mitgliedern im Einsatz. „Straßen wurden zu reißenden Bächen, Regenwasser konnte nicht mehr versickern, Schlammmassen wälzten sich über Felder und Wiesen, eine Vielzahl von Kellern war mit Wasser vollgelaufen“, berichtete das Bezirkskommando in einer Aussendung. Auch der Bezirk Scheibbs rückten fast alle Feuerwehren mit hunderten Mitgliedern aus, um u.a. Straßen von Muren zu befreien sowie Keller und Häuser auszupumpen.

Laut der Wetterprognose sollte der Niederschlag in den Nachtstunden abklingen. Der für Katastrophenschutz zuständige LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) stand in Kontakt mit Einsatzkräften und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden. Er dankte den Helfern, die vielerorts auch in den Nachtstunden noch mit Arbeiten aufgrund des Starkregens beschäftigt sein werden.

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