Angst um Versorgung: Hollabrunner kämpfen um Klinik-Standort
Die Stadtgemeinde meldete den Hollabrunner Rübenplatz als Standort für das geplante Weinviertelklinikum Süd ein. "Er wäre der perfekte Standort", ist eine Hollabrunnerin überzeugt, die mit einer Petition darum kämpft, dass die Entscheidung über den Standort Stockerau revidiert wird.
Der Frust über die Maßnahmen des Gesundheitsplans 2040+ des Landes NÖ ist im Bezirk Hollabrunn ungebrochen groß. Denn das Weinviertel-Klinikum Süd, das die Standorte Korneuburg, Stockerau und Hollabrunn vereinen soll, wird in Stockerau errichtet. Die Hollabrunner halten diese Entscheidung für falsch.
Hollabrunner Petition soll Druck erzeugen
Eine jener Kritikerinnen ist Jennifer Hochmayer, die eine Petition ins Leben gerufen hat. Das erklärte Ziel: Die Standortfrage soll neu geprüft werden. „Wir Bürger für das neue Weinviertel-Klinikum am Standort Hollabrunn!“ nennt sich die Unterschriftenliste auf der Plattform openpetition.eu. Auf dieser finden sich knapp 390 Kommentare, die sich fast alle für den Hollabrunner Standort aussprechen. Der Tenor: Der Norden des Bezirks sei ohne Krankenhaus und ohne den Notfallstützpunkt Retz medizinisch unterversorgt.
Warum Hochmayer die Petition initiiert hat? „Es darf nicht sein, dass ein Bezirk über- und ein anderer unterversorgt ist. Je mehr wir sind, umso mehr Druck können wir aufbauen. Jede Entscheidung kann revidiert werden“, gibt die Hollabrunnerin die Hoffnung nicht auf.
Ziel: Entscheidung soll revidiert werden
Denn genau das soll erwirkt werden, wenn die Petition 5.000 Unterschriften hat: Sie wird dem Landtag vorgelegt und um Revidierung der Entscheidung der Expertenkommission ersucht.
„Ich bin der Meinung, dass jeder ein Anrecht auf medizinische Grundversorgung im Bezirk hat“, so die Hollabrunnerin. Denn im Notfall zähle oft jede Sekunde. Das weiß sie so genau, weil sie selbst Rettungssanitäterin beim Roten Kreuz ist. Es dauere einfach zu lange, wenn man im Pulkautal oder dem Retzerland lebe, um ins Weinviertelklinikum in Stockerau zu kommen. „Ein Rettungshubschrauber ist auch nicht immer verfügbar“, gibt sie zu bedenken.
Bürgerin sieht Hollabrunn als perfekten Standort
Hochmayer ist überzeugt, dass der Standort Hollabrunn perfekt für das neue Klinikum wäre, denn der Rübenplatz auf der anderen Straßenseite des Bahnhofs, wurde von der Stadt vorgeschlagen. In wenigen Minuten ist man auf der Weinviertler Schnellstraße oder im Stadtzentrum.
„Wir dürfen im Bezirk nicht vergessen werden“, ist ihr die medizinische Versorgung wichtig. Denn treffen könne es jeden. „Ich erlebe das so oft bei der Rettung, dass die Menschen mir sagen, dass sie niemals damit gerechnet hätten, dass sie die Rettung einmal selbst brauchen. Ein Schicksalsschlag geht schnell“, weiß sie.
Starke Stimme gezielt einsetzen
Die Hollabrunnerin ist überzeugt, dass es noch eine Chance für die Bezirkshauptstadt gibt. „Man hat schon eine ordentliche Stimme, wenn man sie gezielt einsetzt. Wir dürfen nicht aufgeben“, will sie die Menschen motivieren, ihre Petition zu unterzeichnen, um mehr Druck zu machen.
Hier geht„s zur Petition: Wir Bürger für das neue Weinviertel-Klinikum am Standort Hollabrunn! - Online-Petition
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