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Zwei Jahre nach der Flut im Sonnendach: „Wir feiern das Überleben“

Vor zwei Jahren wurde die Tagesstätte des Hollabrunner Vereins Sonnendach zwei Mal innerhalb von 24 Stunden Opfer starker Unwetter. Die Sanierung läuft noch.
Sonnendach Hollabrunn

„Wenn schwarze Wolken aufziehen, dann sind gerade die Klienten im Wohnhaus nervös und fragen, ob da eh nicht wieder etwas runterkommt“, erzählt Sonja Dürnsteiner, kaufmännische Leiterin des Vereins Sonnendach - Behindertenhilfe für den Bezirk Hollabrunn. Sie gibt zu: Bei ihr und den Mitarbeitern verursachen Gewitterwolken ebenso noch ein mulmiges Gefühl.

Das verheerende Unwetter, das die Tagesstätte komplett flutete, jährt sich heuer zum zweiten Mal. „Wir klopfen auf Holz. Wir bleiben ab jetzt verschont“, sagt eine Betreuerin während des KURIER-Besuchs. Damit sich ein solches Unglück nicht wiederholt, hat sich sehr viel auf dem Areal in der Hollabrunner Aumühlgasse getan.

Rückblick auf den verheerenden August 2024

Was war im August 2024 passiert? „Es war an einem Freitag und am Sonntag“, erinnert sich Dürnsteiner genau. Am 16. August entlud sich eine erste Gewitterzelle über Hollabrunn. Der Tennisplatz auf der anderen Straßenseite, das Reitzentrum in der Nähe und das Sonnendach wurden vom Starkregen geflutet. Gäste der Hollabrunner Augustwiesn mussten in Sicherheit gebracht werden.

Hollabrunn wurde für einige Tage zum Katastrophengebiet erklärt. Wasser und Schlamm drangen in den Keller der Sonnendach-Tagesstätte. Als die Aufräumarbeiten abgeschlossen waren, kam bereits das nächste Gewitter, der nächste Starkregen. Der gesamte Keller stand zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden bis zur Decke unter Wasser.

Gartenmauer, Auffangbecken und Sandsäcke

Zwei Jahre später umfasst das Areal eine Gartenmauer, die schon bei einem Unwetter im Vorjahr Schlimmeres verhindert hat. Im Garten hinter dem Wohnhaus gibt es nun ein Retentionsbecken, welches das Oberflächenwasser sammelt. Neben der Einfahrt liegen Sandsäcke für den Ernstfall bereit.

Außerdem ist das Sonnendach nun im Besitz von mobilen Hochwasserschutz-Paneelen aus Kunststoff, die in der Einfahrt aufgestellt werden können. Diese halten das Wasser von außen fern, aber: „Sie können auch schnell wieder abgebaut werden, damit Einsatzkräfte herein können“, weiß Dürnsteiner.

Spende brachte neue Geräte für die Werkstatt

In der Werkstatt hat sich seit dem letzten KURIER-Besuch einiges getan. „Wir haben wieder Geräte“, so Dürnsteiner. „Wir konnten alles, was wir gebraucht haben, kaufen und mussten nicht noch einmal nachdenken“, ist sie dankbar für eine Spende von „The Potatoe Foundation“ der Firma Lamb Weston. „Sie haben uns 15.000 Euro gespendet. Der Kostenvoranschlag für alle Geräte der Werkstatt betrug auch 15.000 Euro“, erzählt sie.

Neue Räume im oberen Stock

Die Baustelle in der Tagesstätte ist immer noch nicht ganz abgeschlossen. Das Erdgeschoss ist wieder hergerichtet, nun wird im Obergeschoss saniert. Gerade wurden neue Heizkörper installiert; es wurde bereits ausgemalt, der Fußboden saniert. Es gibt ein neues Pflegezimmer sowie einen neuen Begegnungs- und Bewegungsraum, dort verbessern die Klientinnen und Klienten ihre Motorik. Selbst der Lagerraum wurde adaptiert: „Da waren noch Tapeten aus den 50er-Jahren drinnen“, schmunzelt Dürnsteiner.

Zum Jahrestag geht's auf die Augustwiesn

Nur im Gang muss noch ausgemalt werden, auch dem Stiegengeländer fehlt ein Anstrich. „Im Keller haben wir noch nichts gemacht“, erzählt die kaufmännische Leiterin. Der ist aber nicht die nächste Baustelle: „In den nächsten 14 Tagen wird der Parkplatz erneuert.“ Denn die Fläche neben der Tagesstätte hat sich gesenkt, Leitungen müssen neu verlegt werden, der Parkplatz wird angehoben, damit auch hier das Wasser vom Gebäude weg rinnt.

Was tun die Sonnendach-Mitarbeiter und Klienten rund um den verheerenden Jahrestag? „Wir gehen auf die Augustwiesn, um das Überleben zu feiern“, sagt Dürnsteiner. 

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