Hütet seit über zwei Jahrzehnten den Urwald und seine Schätze: Ranger Reinhard Pekny

© Atzenhofer Wolfgang

Wildnis
05/14/2021

Vom Ranger im Urwald und dem Feuerschwamm

Reinhard Pekny hütet Jahrtausende alte Wildnis und schwärmt von seltenem Pilz und seinem Duft

von Wolfgang Atzenhofer

„Bäume mit Stämmen so dick, wie man sie noch nie gesehen hat, mächtige Totholzstämme oder ein unglaublicher Duft, als befinde man sich in einer Parfümfabrik.“ Diese Eindrücke könnten jemanden umgeben, der plötzlich im Urwald im Wildnisgebiet Dürrenstein erwacht, vermutet Ranger Reinhard Pekny.

Seit über 20 Jahren arbeitet der Förster und Wildbiologe im Weltnaturerbe-Gebiet. Nach den Besonderheiten im Natur-Dorado befragt, kommt Pekny nicht auf Luchse, Wölfe oder die Braunbären, die bis vor 20 Jahren im Dürrenstein-Massiv lebten, zu sprechen. Er erzählt vom „duftenden Feuerschwamm“. Der Pilz, der nur noch an elf Orten weltweit bekannt ist, wurde hier bisher zehnmal gefunden. Im Schutzgebiet gibt es Unmengen von Pilzen. Mykologen würden sich bei Expeditionen oft während eines Tages nur auf wenigen Quadratmetern bewegen, weil der Artenreichtum so riesig ist, schildert Pekny. Das Besondere am Feuerschwamm ist, dass er nur auf riesigen umgefallenen Tannen, die 200 Jahre vermodert sind, gedeiht. Diese Voraussetzungen seien nur in einem Gebiet gegeben, das seit der letzten Eiszeit von Menschen unberührt blieb, erklärt Pekny.

Haus der Wildnis

Derartige Beispiele, sowie viele andere Eindrücke über das 7.000 Hektar große Schutzgebiet werden demnächst im „Haus der Wildnis“ vermittelt. Pekny half beim Aufbau der interaktiven und mit Hightech präsentierten Naturausstellung mit. Nach der Eröffnung wird er sich wieder voll dem Tiermanagement oder der Betreuung von Expeditionen im Wildnisgebiet widmen. Nur rund 50 Personen dürfen pro Jahr in den eigentlichen Urwald, insgesamt 200 in die erweiterte Zone. Meist seien das Wissenschafter, so der Ranger.

Seine spezielle Aufgabe ist es auch, die Populationen von Gämsen, Rot- oder Rehwild, die von Revieren rund um den Urwald in die Schutzzone kommen, unter Kontrolle zu halten. 85 Prozent des Waidwerks spiele sich außerhalb des Wildnisgebiets ab, einen gewissen Druck müsse das Wild aber auch im Schutzgebiet spüren, schildert der Naturwächter. Sonst würden sich die schlauen Tiere in Massen dorthin zurückziehen.

Eröffnung

Das Haus der Wildnis im Lunzer Ortszentrum ist am Pfingstwochenende, konkret am 23. und 24. Mai erstmals für die Öffenllichkeit zugänglich. Der Eintritt wird an diesen beiden Tagen frei sein. Allerdings ist es unbedingt erforderlich sich über die Homepage www.haus-der-wildnis.at online anzumelden.

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