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Chronik Niederösterreich
10/30/2021

Hans Stefan Hintner erntete für Corona-Posting Shitstorm der FPÖ

Mödlings ÖVP-Stadtchef reagierte emotional auf Aussagen von Impfgegnern.

von Martin Gebhart

Es war die ORF-Sendung „Am Schauplatz“, die Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner emotional werden ließ. Da kamen Impfgegner zu Wort, da wurden bei Demos Verschwörungstheorien verbreitet. Und das an einem Tag, an dem die Corona-Zahlen stark in die Höhe geschnellt waren. „Da ist mir das G’impfte aufgegangen.“

Der ÖVP-Nationalratsabgeordnete griff zu seinem Handy und postete daraufhin auf Facebook: „Sollte es zur Triage kommen: Ungeimpfte ausse aus der Intensiv! So einfach geht ,selbstbestimmtes Leben’“. Obwohl er das „nur privat und nur im Kreis der Facebook-Freunde“ gemacht hat, fand er sich am Tag darauf im politischen Visier der FPÖ wieder.

Landbauer wetterte

In einer Aussendung wetterte FPÖ-Klubobmann und Landesparteichef Udo Landbauer: „Es ist nur mehr irre, was heutzutage alles möglich ist. Der ÖVP-Bürgermeister ruft öffentlich dazu auf, kranken Menschen die Behandlung zu verweigern, sie auf die Straße zu setzen und ihrem eigenen Schicksal zu überlassen.“ Gleichzeitig war der Stadtchef einem Shitstorm aus dem Lager der „Freiheitlichen, der Weltverschwörer und der Impfgegner“ (Hintner) ausgesetzt. Manche Beleidigungen war so tief unter der Gürtellinie, dass er überlegt, einen Anwalt einzuschalten.

Udo Landbauer will in seiner Aussendung auch wissen, ob das die offizielle Parteilinie der ÖVP Niederösterreich sei. Was Hintner als lächerlich empfindet. „Das ist meine private Meinung, dazu stehe ich. Ich habe sie auch nur gegenüber einem bestimmten Kreis geäußert.“ Und: „Ich gebe zu, die Emotion ist mir durchgegangen. Aber auch dazu stehe ich.“

Es ärgere ihn einfach, dass alle Kräfte daran arbeiten würden, dass „nach einer bescheidenen Zeit endlich wieder ein halbwegs normales Leben ermöglicht wird“ und dann werde dies von manchen torpediert. Dabei sei klar, dass die Impfungen der einzige Weg wären, um aus der Pandemie herauszukommen.

Auch Zuspruch erhalten

Außerdem habe er in seinem Posting extra die Triage vorangestellt. Jener Prozess, bei dem Ärzte entscheiden müssen, wen sie behandeln, weil die Intensivstationen überlastet sind. Die Beleidigungen ärgern ihn, weil natürlich jeder anderer Meinung sein könne. Wobei er für seine nicht nur einen Shitstorm, sondern auch Zuspruch erhalten habe.

Im Bezirk Scheibbs, wo derzeit wegen der zu hohen Corona-Zahlen Ausreisekontrollen verordnet worden sind, lebt auch FPÖ-Landtagsabgeordneter Reinhard Teufel. Den ärgert, dass er nun nur mit einem 3-G-Nachweis – geimpft, genesen oder getestet – seinen Wohnbezirk verlassen darf. Er hat deswegen eine Individualbeschwerde beim Verfassungsgerichtshof gegen diese Verordnung eingebracht. Teufel: „Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum gerade der Bezirk Scheibbs eine Corona-Hölle sein soll.“ Er sieht die Verordnung der Bezirkshauptmannschaft als „gesetzeswidrig und verfassungswidrig“ an. Teufel hofft, dass ihm vom VfGH recht gegeben wird, „auch wenn die Richterbank am Verfassungsgerichtshof mit regierungsfreundlichen Verfassungsrichtern besetzt ist“.

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