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Chronik Niederösterreich
04/03/2020

Hademar Bankhofer: „Ärzte sind meine Telefonjoker“

Der Publizist über seinen Leben, sein Rezept für guten Schlaf und wie er sich mit 78 Jahren in Zeiten von Corona fit hält.

von Marlene Penz

Die Mutter von Hademar Bankhofer war „eine Königin der Kräuter“ – wenn ihn etwas gestochen hat, lief sie sofort in den Garten, kam mit einer Handvoll Blätter zurück und drückte sie auf die betroffene Stelle. Sein Vater hingegen kam mit etwas aus der Apotheke. „Er war ein Pharma-Fanatiker und nahm schon vorbeugend Kopfschmerztabletten“, erzählt der bekannte Gesundheitspublizist aus Klosterneuburg. Dieser Gegensatz habe ihn geprägt, und so schätze er „auf der einen Seite die Natur, aber weiß, dass sie Grenzen hat und es auch einen Arzt braucht.“

Seinen Weg zum Journalisten und Autor mit Gesundheitsschwerpunkt machte er auf Umwegen über ein Studium der Rechtswissenschaften: „Wenn meine Eltern einen Film sahen, in dem ein Rechtsanwalt oder Staatsanwalt vorkam, hat meine Mutter immer gesagt, wie toll das ist. Und ich als braver Sohn habe dann ein Jus-Studium begonnen, bald aber heimlich Publizistik-Vorlesungen besucht und schließlich umgesattelt“, blickt er zurück.


Während seiner Zeit als Journalist bei der Tageszeitung „Neues Österreich“ spezialisierte er sich immer mehr auf Gesundheitsthemen. Sein erstes Buch „Essen ohne Gift“ veröffentlichte er 1982.

Hausmittel

Damals hat der heute 78-Jährige auch darüber geschrieben, wie man sich richtig die Hände wäscht. „Also genau das, was jetzt in Zeiten von Corona ständig beschrieben wird – nur wurde ich vor vierzig Jahren noch dafür ausgelacht“, erzählt er. Und gibt gleich noch einen weiteren Tipp, um sich zu schützen: „Auch gurgeln ist wichtig, denn Viren betten sich besonders gerne in den Schleimhäuten ein“, dafür würden sich neben Lösungen aus der Apotheke auch Propolis-Tinkturen oder Aloe vera eignen, die antiviral und antibakteriell wirken.

„Wie bei Armin Assinger habe ich Telefonjoker – es sind Ärzte, die ich jederzeit anrufen kann und zu bestimmten Themen befrage“, sagt Bankhofer.


In vielen seiner Bücher finden sich aber Mittel, die nicht von Ärzten, sondern von „Bäuerinnen und Pfarrern“ kommen. Einige Bücher sind so entstanden, dass er mit seinem Vespa-Roller durch Niederösterreich gefahren ist und Hausrezepte „gesammelt“ hat. So hat er zum Beispiel ein Rezept für das „beste Schlafmittel“ eingeholt, das man auch im Moment gut gebrauchen kann: „Ein viertel Liter Milch in einem Topf erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen, dann nimmt man eine große Zwiebel, schält sie, schneidet sie in Scheiben und gibt sie zur Milch. Mit zugemachten Deckel lässt man sie eine Viertelstunde ziehen. Dann kann man die Milch trinken, gerne auch mit Honig“, führt er aus. Alle Hausmittel habe er mit Ärzten besprochen, die hätten ihm dann gesagt, welche gut seien und welche er lieber von seiner Liste streichen sollte.

Viele Bücher hat er geschrieben, um sich „selbst zu beruhigen“. Das jüngste, „Wohlfühlrezepte“, ist vergangenen Herbst erschienen. „Ich bin der Meinung, wohlfühlen ist noch bedeutsamer als Gesundheit. Auch Kranke sollen das Recht haben, sich wohlzufühlen“, sagt er.

Fitness

Bankhofer spricht aus Erfahrung, denn vor zwei Jahren hat er sich bei einem Sturz die Hüfte gebrochen und zwei Lungeninfarkte erlitten. „Mir ging es nicht gut, aber ich habe mit festem Willen weitergearbeitet. Ich hatte auch tolle Ärzte, die mir Mut gegeben haben“, reflektiert er diese schwere Zeit.

Derzeit geht es dem Klosterneuburger gut. Da er zur Covid-19-Risikogruppe gehört, achtet er besonders auf sein Immunsystem. „Man stärkt es, indem man sich Vitamin-C-reich ernährt und Nahrungsmittel zu sich nimmt, die Zink enthalten. Das ist zum Beispiel in Haferflocken stark vorhanden. Einen Haferbrei oder eine Haferflockensuppe kann ich empfehlen.“ Er und seine Frau schwören auf Müsli zum Frühstück, „obwohl es manchmal auch ein Vollkornbrot sein kann“.


Zudem sei es wichtig, ins Freie zu gehen, „so weit man darf“. „Ich habe das Glück, dass ich einen Garten besitze. Dort sind auch meine geliebten Ziegen Rosi, Resi und Fanny“, erzählt Bankhofer. Auch leichte Gymnastik halte fit, dabei gilt: „Nicht übertreiben, gerade so, dass man sich wohlfühlt“.

Generell rät er, auch in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen durch die Corona-Maßnahmen auf die Ernährung zu achten und die Zeit nicht mit Essen zu vertreiben. Seine eigene nützt er zum Arbeiten am nächsten Buch, das nächstes Jahr erscheinen soll.

Hademar Bankhofer wurde am 13. Mai 1941 in Klosterneuburg geboren, wo er auch heute mit seiner Frau lebt. Seit 1976 ist Bankhofer im Rahmen seiner Tätigkeit als Medizinjournalist freier Schriftsteller sowie Autor für Hörfunk und  Drehbücher. Ab 1985 moderierte er die Gesundheitsleiste der Sendereihe „Wir“  im ORF-Vorabend. Der Niederösterreicher gibt nach wie vor regelmäßig Bücher heraus, gibt Gesundheitstipps in Magazinen, Zeitungen und im TV. Sein Sohn ist der bekannte Radiomoderator „Hadschi“ Bankhofer.

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