Das frühere Ordenshaus steht in einer gepflegten Parkanlage am Fuße der Burg Seebenstein

© Kuhn Immobilien

Chronik Niederösterreich
04/09/2021

Göttliche Immobilie: Für 1,5 Millionen Euro näher beim Herrn

Die Kirche verkauft ein altes Ordenshaus samt 23.000 Quadratmeter großem Anwesen im südlichen Niederösterreich.

von Patrick Wammerl

Es war Jahrzehnte lang ein Ort des Glaubens und der Spiritualität. Jetzt ist es ein heißes Eisen am hart umkämpften Immobilienmarkt. Am Fuße des Naturparks Seebenstein im Bezirk Neunkirchen (NÖ) steht ein ehemaliges Ordenshaus der Schulschwestern vom 3. Orden des Heiligen Franziskus zum Verkauf. Wer das Kleingeld von 1,55 Millionen Euro in der Tasche hat, kann stolzer Besitzer des Herminenhauses werden. Neben dem früheren Ordensgebäude bekommt man dafür ein 23.000 Quadratmeter großes Parkareal samt Gerätehaus, Stallgebäude und Altbaumbestand. So wurde das Anwesen einige Tage auf willhaben.at angeboten und wird nun über den Immo-KURIER feilgeboten. Weil sich die Kirche nicht als Makler berufen sieht, hat der Orden die Firma Kuhn Immobilien mit der Alleinvermittlung betraut. "Die Nachfrage ist sehr groß", erklärt Investmentberaterin Marlene Schembera. Erst am Donnerstag war sie wieder mit Interessenten auf dem Areal.

Geschichtsträchtiger Boden

"Die Geschichte des Ordensgebäudes reicht ins Jahr 1850 zurück", schildert Ordensschwester Petronilla Herl. Am 6. Juli 1850 erhielten die Schwestern in Seebenstein das Waldhaus samt angrenzendem Garten von Freifrau Fürstin von Liechtenstein. 1882 übergab Frau Hermine Patruban das Anwesen an die Schulschwestern von Wien Erdberg, daher auch der Name Herminenhaus.

Im Laufe der Jahrzehnte wuchs das Gebäude mit mehreren Stockwerken gegen den Himmel. 1904 wurde eine Kapelle fertiggestellt, die als Patronin "Maria von den Engeln" hat. Eine kleine Landwirtschaft versorgte die Schwestern bis nach Wien mit wichtigen Lebensmitteln. Seit 1955 konnte man im Herminenhaus auch urlauben. "Die Ordensgemeinschaft erhielt die lang ersehnte Konzession als Gästebetrieb. Maximal konnten 40 Personen beherbergt und verköstigt werden. Das Haus war auch beliebter Ort für Seminare, Exerzitien oder Klausuren", sagt Schwester Petronilla.

Der neue Besitzer darf das Hauptgebäude nicht wesentlich verändern, es ist denkmalgeschützt. Das Bauland rundherum bietet hingegen jede Menge Spielraum.

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