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Chronik Niederösterreich
09/16/2020

NÖ: Flüchtlinge kollabierten auf Horrorfahrt in Kühllaster

Fall erinnert an die Tragödie von Parndorf. 38 Geschleppte überlebten Horrorfahrt von Rumänien nach Österreich.

von Patrick Wammerl

Der Fall erinnert an die Flüchtlingstragödie von Parndorf mit 71 Toten. Vor wenigen Tagen überlebten 43 Flüchtlinge, davon sechs minderjährige Kinder, ein ähnliches Szenario in einem Kühllaster, auf dem Weg von der Türkei nach Österreich. Endstation war vergangenen Woche die Autobahnabfahrt Bruck/Leitha in NÖ, wo Augenzeugen einen Sattelschlepper wahrnahmen, aus dem Menschen ins Freie sprangen.

Mittels eines Nachtsichthubschraubers der Polizei wurden in dem Gebiet vorerst 38 Personen aufgegriffen. „Teilweise waren sie in einem wirklich schlechten Zustand“, heißt es von Seiten der nö. Landespolizeidirektion. Die syrischen, irakischen und türkischen Staatsbürger berichteten über Todesangst und Sauerstoffmangel während des stundenlangen Transports. „Es gab im hinteren Bereich eine Luke, aber keinerlei Belüftung. Die Menschen waren hinter ungesicherten Kartonrollen auf der Ladefläche versteckt“, so ein Ermittler des nö. Landeskriminalamtes.

Immer wieder wurden die Geschleppten auf Grund des Sauerstoffmangels ohnmächtig. Bei einem Zwischenstopp in Ungarn sind von den ursprünglich 43 Personen mehrere in Todesangst über die Falltüre geflüchtet. Während versucht wurde, einen Bewusstlosen durch die enge Luke ins Freie zu bekommen, sei der Lkw einfach weitergefahren und habe ihn dabei beinahe überrollt.

Der Chauffeur und mutmaßliche Schlepper, ein 51-jähriger Türke, konnte in Bruck/Leitha festgenommen werden. Alle Beteiligten gaben an, auf verschiedenen Schlepperrouten von der Türkei ausgehend nach Rumänien gekommen zu sein. Dort warteten sie in einem ruinenähnlichen Haus zusammen mit etwa 150 Personen auf den Weitertransport. Pro Person zahlten sie dafür bis zu 8.000 Euro an die Schlepper.

ÖVP-Innenminister Karl Nehammer kommentierte: „Dieser Vorfall zeigt erneut auf, am eingeschlagenen Weg festzuhalten, die Grenzen zu schützen und den Kampf gegen die Schlepperei und illegale Migration konsequent weiter zu führen.“

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