Wachau
04/04/2019

Fäkalien-Gipfel: Donauschifffahrt verspricht korrekte Entsorgung

Mit Saisonbeginn häufen sich wieder die Klagen über stinkendes Donauwasser in NÖ / Verkehrsminister Hofer initiierte Runden Tisch.

von Gilbert Weisbier, Jürgen Zahrl

Kaum beginnt die Tourismus-Saison, startet auch schon wieder der Ärger um Fäkalien in der Donau. Anrainer im Großraum Krems in Niederösterreich haben auch diese Woche wieder aktuelle Sichtungen von Wasserverschmutzung bei den Behörden gemeldet. Zu dem Thema hat Norbert Hofer, FPÖ, am Donnerstag zu einem Runden Tisch ins Verkehrsministerium geladen.

Dabei beriet der Minister mit rund 60 Vertretern von Behörden und Schifffahrtsunternehmen Möglichkeiten, die Situation zu verbessern: Hofer zeigte sich hochzufrieden, da mehr Schifffahrtsbetriebe als erhofft am runden Tisch teilnahmen und  eine Deklaration unterschrieben haben, laut der sie sich verpflichten, Abfall fachgerecht zu entsorgen und das freiwillig zu dokumentieren. Bürger sollen Beobachtungen bei der Schifffahrtsaufsicht melden.  Auch die Unternehmer zeigten sich  weitgehend  zufrieden. Künftig soll es weitere Gespräche und Kontrollen geben.

 

Bedarf scheint es jedenfalls zu geben: Stefan Kastner aus Traismauer, Bezirk St. Pölten, hat am Mittwoch bei einem Spaziergang mit seinem Hund am Donauufer eine unschöne Entdeckung gemacht: „Ein fünf Meter breiter brauner Streifen, bei dem es sich bestimmt um Fäkalien gehandelt hat, schwamm auf dem Wasser. Das konnte man auch am Geruch deutlich erkennen“, erzählt der Pensionist. Das sei aber nicht das erste Mal gewesen. Besonders auffällig seien derartige Vorfälle seit dem Herbst 2018.

Auch seine Bekannten machen regelmäßig derartige Beobachtungen. „Ich sehe aber auch etwa alle zwei Wochen größere Mengen von Lebensmittelabfällen im Wasser schwimmen. Da sind halbe Krauthäuptel oder auch Salat dabei“, ergänzt Kastner.

Franz Xaver Doppler aus Krems-Stein, der vergangenen Herbst eine Bürgerinitiative für sauberes Donauwasser gegründet hat, erfährt immer mehr Zuspruch. Außerdem ersucht er Bürger, die Beobachtungen oder Fotos machen, diese an eine eigens dafür angelegte  E-mailadresse zu senden:  reinedonau@gmx.at

Viele Menschen unterschreiben auch seine Unterschriftensammlung mit der Forderung nach strengen Kontrollen.

So wie auch viele Wassersportler ist Doppler überzeugt, dass der Großteil der Verschmutzung von Donauschiffen stammt. „Wir haben Mittwochfrüh auf der Donau bei Dürnstein wieder Schaum und Fäkalgeruch bemerkt. Und zwar erst, nachdem ein bestimmtes Schiff vorbeigefahren ist“, berichtet ein Rudersportler. Die für das Kabinenschiff zuständige Reederei weist allerdings alle Vorwürfe zurück. Abwasser werde in Bord-Kläranlagen gereinigt, der Klärschlamm über zertifizierte Firmen entsorgt.

Die Staatsanwaltschaft Krems hat allerdings die Ermittlungen gegen zwei von Doppler angezeigte Kabinenschiffe eingestellt. Die Verschmutzung sei einerseits nicht nachweisbar gewesen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Andererseits gehe es vermutlich um eine Verschmutzung, deren Größenordnung nicht ins Straf- sondern ins Verwaltungsrecht gehöre.

Beim Gipfen zum Thema Fäkalien berät der Minister mit Vertretern von Behörden und Schifffahrtsunternehmen Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Inzwischen haben Behördenvertreter bereits mit der regelmäßigen Entnahme von Wasserproben begonnen, heißt es bei der obersten Schifffahrtsbehörde.

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