„Mobile Bäume“ sollen für Abkühlung auf Plätzen sorgen, bei denen eine Bepflanzung schwierig wäre.

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Klimastudie
07/26/2020

Es soll grünen und kühlen in Mödling

Die ZAMG ortete die heißesten Plätze der Stadt und schlägt Maßnahmen zur Kühlung vor.

von Theresa Bittermann

Bis zu 24 Hitzetage zählte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) an sogenannten „Hitzeinseln“ in Mödling in ihrer Studie vom vergangenen Jahr. An einem solchen Hitzetag hat es 30 Grad oder mehr. 15,5 Hitzetage gibt es in der Stadt durchschnittlich. Mit 22 Hitzetagen ist der Freiheitsplatz eine solche Hitzeinsel.

Im Optimalfall könnte es dort künftig nur noch 16,2 Hitzetage geben, so die ZAMG-Studie. Dazu haben die Wissenschafter verschiedene Maßnahmen ausgearbeitet. Bäume und Grünflächen sind ein Teil davon. Aber neben dieser bereits verbreiteten Idee der „Green City“ wird in Kombination dazu auch das Konzept einer „White City“ vorgeschlagen.

200 Millionen einsparen

„Dabei geht es vor allem um Oberflächen von Gebäuden und versiegelten Flächen. Hitze soll reflektiert statt absorbiert werden“, sagt die Forscherin Maja Zuvela-Aloise von der ZAMG. Würde die Stadt die vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen, würde das zwar einiges kosten, aber langfristig auch einiges einsparen. Genau genommen knapp 200 Millionen Euro (auf die kommenden 50 Jahre gesehen) – so die Rechnung der ZAMG. „Das baut auf vielen Prognosen auf. Wie sich das auf unser Stadtbudget auswirkt, traue ich mich nicht zusagen“, so der zuständige Stadtrat Leo Lindebner (ÖVP) zum KURIER.

Wichtige Ansätze könne man sich aus der Studie definitiv mitnehmen. „Es zeigen sich bestimmte Flächen in der Stadt, die so heiß sind, dass sie eigentlich nicht mehr nützbar sein. Da wollen wir dagegen halten“, sagt der Stadtrat.

1.000 neue Bäume

1.000 neue Bäume sollen in den nächsten fünf Jahren in der Stadt gepflanzt werden, für Abkühlung und Schatten sorgen und auch das Stadtbild weiter verschönern. Bei der Wahl der Bäume konzentriert man sich auf „klimafite“ Arten wie die Blumenesche oder den Feldahorn. Bisher typische Arten wie die Rosskastanie würden die Trockenheit nicht überstehen, so Lindebners Fazit.

Für 1.000 Bäume ist im öffentlichen Raum der Stadt aber kaum noch Platz. Die Stadtgemeinde ruft die Mödlingerinnen und Mödlinger zur Baumpatenschaft auf. Hat man Platz im Garten und möchte einen Baum beisteuern, unterstützt die Stadtgärtnerei bei der Artenwahl, Pflanzung und der Pflege.

Mit der Baumbepflanzung auf „Hitzeinseln“ wie dem Freiheitsplatz ist es etwas schwieriger. „Dort finden oft Veranstaltungen statt, es muss genug Platz sein, dass Auflagen wie Feuerwehr-Zufahrten eingehalten werden können“, schildert Lindebner. Daher versucht man es jetzt mit „mobilen Bäumen“. In größeren Containern sollen die Bäume dort stehen und ihren idealen Platz finden. Ausprobiert wird das Modell gerade am Schrannenplatz.

Einfluss durch Umgebung

Eine zentrale Erkenntnis der Klimastudie sei ebenfalls, wie stark das Klima in Mödling auch von den Nachbargemeinden abhängt. „Jede Stadt, die wir untersucht haben, war anders. In Mödling hat sich gezeigt, das Klima hängt nicht nur von Mödling selbst, sondern auch von Wiener Neudorf oder Vösendorf ab zum Beispiel“, sagte Zuvela-Aloise. Industriegebiete würden für besonders viel Hitze sorgen. „Mödling selbst hat kaum Industrie“ so Lindebner. Er wünscht sich einen Diskurs dazu, wie man auch Industrieflächen begrünen könnte. „Da gibt es viel Potenzial“, sagt er.

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