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Chronik Niederösterreich
08/04/2022

Entgleisung am Semmering: Güterzug legt die Südstrecke lahm

Waggon sprang beim Bahnhof aus den Gleisen. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

von Patrick Wammerl, Dominik Schreiber

Die Meldung erinnert an den Horrorunfall aus dem Jahr 2015. Damals entgleisten bei der Kollision eines Güterzuges mit einer Lok 14 Waggons, der Schaden betrug mehr als vier Millionen Euro. Die Wagen lagen kreuz und quer im Pollereswandtunnel.

Donnerstagfrüh ist es auf der Semmeringstrecke im Bereich des Wolfsbergkogel beim Bahnhof Semmering aber zu einem nicht ganz so tragischen Ereignis gekommen: Der Güterzug 54054 ist entgleist. Bei den ÖBB ging man am Vormittag davon aus, dass zumindest ein Wagen mit allen Achsen aus den Gleisen gesprungen ist.

Die Strecke ist voraussichtlich bis zum Nachmittag gesperrt, ein Schienenersatzverkehr zwischen den Bahnhöfen Gloggnitz (NÖ) und Mürzzuschlag (Stmk.) wurde eingerichtet. Bei den wartenden Fahrgästen sorgte die Abwicklung allerdings für einigen Ärger. Sie mussten für den Weitertransport mit Bussen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. In Sozialen Medien gingen deshalb die Wogen auch, es gab viele Unmutsäußerungen und wenig schöne Worte.

Ursachenforschung

Der Güterzug mit 16 Wagen war gegen 9.27 Uhr auf dem Abschnitt von Wien kommend in Richtung Steiermark unterwegs, als bei der Weiche 102 ein Waggon mit allen Achsen aus den Gleisen sprang. Die Ursache ist vorerst unbekannt, soll aber im Zusammenhang mit einer Zugstrennung zwischen dem 9. und 10. Wagon stehen.

Bei der Landespolizeidirektion NÖ lagen am Vormittag keinerlei Informationen über den Zugzwischenfall vor. Der gut gefüllte Intercity 533 von Wien nach Lienz in Osttirol war unmittelbar von der Entgleisung betroffen. Der Zug mit sieben Waggons hatte sich auf der Strecke hinter dem Güterzug befunden. Er musste zum Bahnhof Gloggnitz zurück geschleppt werden. Von dort wurden die Passagiere mit Bussen Richtung Mürzzuschlag weiter befördert.

Weitere Sperre nach Unfall

Ein Autounfall in Haslau an der Donau hat am Mittwoch zur Sperre der Pressburger Bahn (S7) geführt. Der Pkw hatte mit überhöhter Geschwindigkeit beim Überqueren der B9 auf den Gleisen aufgeschlagen und war gegen eine Betonschalthütte der ÖBB gekracht. Der 32-jährige Autolenker wurde schwer verletzt in das Spital nach Wiener Neustadt geflogen. Zwischen den Bahnhöfen Fischamend und Wolfsthal musste ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Der Gleisschaden sollte laut ÖBB am Donnerstag wieder behoben sein.

 

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