Am ehemaligen Kohlelagerplatz des Kraftwerks in Dürnrohr errichtet die EVN ein Sonnenkraftwerk

© Kurier/Gerhard Deutsch

Chronik Niederösterreich
02/18/2021

Eine Milliarde für Dreijahresplan der EVN

Priorität für sicheres Stromnetz und erneuerbare Energie. Kritik von LH-Stellvertreter Pernkopf an Umweltministerin Gewessler, wegen ausständigem Gesetz

von Wolfgang Atzenhofer

NÖ. Nicht zuletzt unter dem Eindruck bedrohlicher Blackout-Szenarien in den vergangenen Monaten investiert der niederösterreichische Stromversorger EVN in den nächsten Jahren massiv in die Versorgungssicherheit. Aus dem Investitionspaket von einer Milliarde Eure für die kommenden drei Jahre, gehen 650 Millionen in die Infrastruktur für den Ausbau des Leitungsnetzes oder die Anschaffung von Notfallsgeneratoren, falls das Stromnetz schwankt.

Die EVN sei „ein fairer und verlässlicher Partner“ des Landes bei der Verwirklichung des nö. Energiefahrplans bis 2030, mit dem Ziel die Treibhausgase um 36 Prozent zu reduzieren und Strom aus Sonnenenergie und Wind zu vervielfachen, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Weil jeder in den nachhaltigen Energiebereich gesteckte Euro Investitionen von zwei weiteren Euro bedeute, seien die Pläne der EVN wichtige Wirtschafts- und Arbeitsmarktimpulse, erklärte Mikl-Leitner. Die EVN forciere mit der Fotovoltaik, der Windkraft, sowie der Biomasse und der Kleinwasserkraft alle Arten der erneuerbaren Energie, was einen enormen Schub für Energiewende in NÖ bringe, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

Forderung

Er nutzte die Präsentation der EVN-Investitionspläne um eine klare Botschaft an Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) zu senden. Noch immer habe das seit Monaten angekündigte „Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz“ den Ministerrat nicht passiert, kritisierte Pernkopf. Durch die fehlenden Fördergesetze für Öko-Energieprojekte im Bereich von Wind, Sonne oder Biomasse drohe ein Zeitverlust von einem Jahr. Allein in NÖ können so fertige Projekte mit einem Volumen von 550 Millionen Euro für sauberen Strom für 425.000 Haushalte nicht starten. Pernkopf an die Ministerin: „Ich habe kein Verständnis mehr für die Verzögerung“.

Bis 2024 wird die EVN 300 Millionen Euro für die Öko-Energieproduktion ausgeben, kündigte Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz an. Um 60 Millionen Euro wird zudem die Trinkwasserversorgung in NÖ und um eine ebensolche Summe der Telekommunikationsbereich der EVN ausgebaut. Am Energiesektor sind 200 Millionen für PV- und Windanlagen vorgesehen, sagte der zweite EVN-Vorstandsdirektor Franz Mittermayer. Aus dem Kohlekraftwerk Dürnrohr wird ein Solarkraftwerk. Bestehende Windräder werden so wie alte Kleinwasseranlagen modernisiert. Neue Flusskraftwerke stehen derzeit nicht an.

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