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Chronik Niederösterreich
05/21/2021

Ein „Veltliner Spritzer" zum Schmökern

Der Krimi von Werner Baumüller spielt im idyllischen Weinviertel. Auch was den Wein betrifft, ist der Autor der Region zugetan.

von Caroline Ferstl

Ein muslimischer Ehrenmord, ausgerechnet in einem Weinviertler Landbordell – das ist die Ausgangsbasis für Werner Baumüllers vierten Krimi um Mesnerin Hemma Thom.

„Beeinflusst wurde die Handlung jedenfalls durch die Ereignisse in meiner Heimatgemeinde Kollerschlag während der Flüchtlingsbewegung 2015“, erklärt der gebürtige Oberösterreicher.

„Die Bevölkerung hat damals sehr unterschiedlich reagiert: von Hilfsbereitschaft bis Ablehnung hat es alles gegeben. Meine Familie und Freunde haben sich damals sehr engagiert, das muss ein einschneidendes Erlebnis für den Ort gewesen sein.“

Das Herz schlägt für Wein

Baumüllers Krimi spielt nun aber nicht in Oberösterreich, sondern, genauso wie die drei bereits veröffentlichten Bände der Reihe, im südlichen Weinviertel. „Wenn ein Wiener die Natur sucht, findet er die in Niederösterreich. Selbige gilt auch für alle Zugezogenen“, erläutert der 64-jährige Wahlwiener.

Baumüller arbeitete jahrelang als Werbetexter; 2005 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Die Essigmutter“. 2017 startete er mit „Veltliner-Leich“ die Abenteuer von Hemma Thom. Es folgten nach „Veltliner-Rausch“ und „Veltliner-Schädel“ nun eben „Veltliner Spritzer“.

Dass der Autor trotz seiner Herkunft lieber Wein als Most trinkt, ist nach der Wahl dieser Titel keine große Überraschung. „Und natürlich ist mir der Grüne Veltliner am liebsten“, gesteht Baumüller, „das ist der ehrlichste aller Weine.“

Er nimmt's mit Humor

Auch wenn das Buch so ernste Themen wie die Integration von Migranten in einer ländlichen Gemeinde sowie Mord und Totschlag aufgreift, ist es ihm doch wichtig, „etwas Skurriles und ein wenig Humor in die Ernsthaftigkeit zu bringen“, betont Baumüller.

So wird die leichtgläubige Hauptprotagonistin Hemma Thom aufgrund eines blauen Auges, das sie sich einmal im Suff zugezogen hatte, spöttisch „Hämatom“ gerufen. Trotzdem gelingt es ihr immer wieder, mithilfe ihres heimlichen Verehrers, dem Polizeichef Hubert, und ihrem guten Draht zur Himmelmutter, Licht ins Dunkel der Fälle zu bringen.

„Mehr verrate ich jetzt aber nicht“, beendet Baumüller das Gespräch.

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