Disziplin soll mögliche Ausreisetests in den Bezireken Melk und Scheibbs noch abwenden

© APA/BARBARA GINDL

Chronik Niederösterreich
04/06/2021

Drohende Ausreisekontrollen: Durchhalteappell der Mostviertler Politik

In einem offenen Schreiben an die Bevölkerung rufen Mandatare von ÖVP und SPÖ zur Corona-Disziplin und Sorgsamkeit auf.

von Wolfgang Atzenhofer

Abgeordnete der ÖVP und der SPÖ aus dem Mostviertel haben einen gemeinsamen Appell an die Bevölkerung gerichtet, in dem sie dringend dazu auffordern die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten.

„Die Zahlen sprechen leider eine eindeutige Sprache. Die hochinfektiöse britische Variante des Corona-Virus hat das Mostviertel fest im Griff. Die Bezirke Amstetten, Melk und Scheibbs und damit das gesamte Mostviertel haben bei den Corona-Neuinfektionen und bei der wichtigen Sieben-Tage-Inzidenz (neue Fälle pro 100.000 Einwohner) österreichweit die höchsten Werte erreicht und sich damit an die Spitze der österreichweiten Bezirks-Rankings gesetzt“, heißt es in dem Schreiben der Politiker.

Die Bezirke Scheibbs und Melk befanden sich am Ostermontag bereits den vierten Tag über der kritischen 400-Fälle-Grenze. Ab sieben Tagen hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) eine Testpflicht vor der Ausreise aus dem Bezirk verordnet.

Intensivbetten

Auch bei der intensivmedizinischen Betreuung werden wir in Kürze unsere Kapazitätsgrenzen erreichen und das System droht zu kollabieren“, drücken die Abgeordneten den Alarmknopf. Getragen wird der Aufruf an die Mostviertler vom Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP), NÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner (ÖVP), den Landtagsmandataren Anton Erber (ÖVP), Gerhard Karner (ÖVP), Anton Kasser (ÖVP),  Michaela Hinterholzer (ÖVP), Karl Moser (ÖVP), Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ), sowie den Nationalräten Andreas Hanger (ÖVP), Alois Schroll (SPÖ) und Georg Strasser (ÖVP).

Gemeinsam ersuchen die Abgeordneten in ihrem Aufruf die Bevölkerung, die Corona-Schutzmaßnahmen konsequent einzuhalten: Ausgangsbeschränkung von 0 bis 24 Uhr mit den bekannten Ausnahmen wie Hilfeleistung in Notfällen, Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse, Erholung und berufliche Gründe. Weiters sollen das Homeoffice verstärkt genutzt, physische Treffen vermieden, der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten, eine FFP2-Maske getragen und vor etwaigen Treffen Selbsttests durchgeführt werden.

Testangebote nutzen

Die Bevölkerung wird auch ersucht, dass umfangreiche Testangebot in den Gemeinden in Anspruch zu nehmen. Ziel der kostenlosen Testungen ist es, infektiöse Personen ohne Symptome zu entdecken, um damit das Infektionsgeschehen nachhaltig einzudämmen.

„Wir ersuchen Sie, in den nächsten Wochen noch durchzuhalten. Die Verfügbarkeit der Impfstoffe wird sich in den nächsten Wochen deutlich erhöhen. Bis Ende April kann damit allen über 65-Jährigen, bis Ende Mai allen über 50-Jährigen  und bis Ende Juni allen impfwilligen Mostviertlerinnen und Mostviertlern ein Impfstoff angeboten werden. Danach gehen wir von einer entsprechenden Immunisierung der Bevölkerung und einer Rückkehr in ein weitgehend normales Leben aus. Bis dahin ersuchen wir dringend, soziale Kontakte weitgehend zu vermeiden und auf das Notwendigste zu beschränken“, so die Mostviertler Abgeordneten abschließend in dem offenen Brief.

Kritik von FPÖ 

Der Mostviertler FPÖ-Abgeordnete Reinhard Teufel sah in dem Appell ein „Ablenkungsmanöver zum kläglichen Versagen der schwarzen und roten Gesundheitspolitiker“.

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