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Trockene Au: Warum die Donau ihr nicht das Wasser reichen kann

Durch Verlandung und Trockenheit gelangt zu wenig Donauwasser in die Au. Sogar das Strandbad musste gesperrt werden.
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Das Hochwasser im Herbst 2024 hat nicht nur für Überschwemmungen gesorgt, sondern – so absurd es klingen mag – auch für Trockenheit. Und zwar in einem bestimmten Bereich der Klosterneuburger Au, dem sogenannten Durchstich.

Der wurde 1911 künstlich geschaffen, um Donauwasser in die Au abzuleiten. Allerdings ist der Bereich durch die Sedimente, die das Hochwasser mit sich gebracht hat, mittlerweile verlandet; es dringt kein frisches Wasser mehr in die dahinterliegende Klosterneuburger Au sowie in das beliebte Strandbad vor.

Neu sind diese Probleme nicht; schon seit Jahren ist die Klosterneuburger Au zu trocken, vor allem auch dann, wenn es zu wenig Niederschläge gibt. Das trifft auch für die vergangenen Monate zu: Der Winter brachte kaum Niederschläge, im Frühjahr fehlte es an Regen und im Mai waren die Temperaturen deutlich zu hoch. „Dazu kam, dass der Pegelstand der Donau in den vergangenen Wochen immer wieder unter dem Niveau des Durchstichs lag, was dazu führte, dass Wasser aus dem Durchstich zurück in die Donau floss“, schildert Christina Hiptmayr, Sprecherin des Stifts Klosterneuburgs, dem ein Großteil der Au gehört.

Keine Lösung in Sicht

Eine langfristige Lösung für all diese Probleme konnte bisher nicht gefunden werden. Zwar wurden die Sedimente mehrmals abgegraben, Einzelmaßnahmen wären jedoch weder ökologisch noch ökonomisch zielführend, beruft man sich auf Expertenrat. „Es wird weitere Gespräche mit Stadt, Stift, Verbund und Viadonau geben, um nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass wir Lösungen und Vorschläge von Wasserbauexperten und Fließgewässer-Forschern für die Zukunft der Au bekommen“, kündigte Bürgermeister Christoph Kaufmann (ÖVP) in einer Aussendung an.

Wasserstand in der Klosterneuburger Au wurde im Frühjahr überprüft.

Bereits im Frühjahr wurde die Situation in der Au geprüft. Dort fehlt es seit Jahren immer wieder an Wasser.

Er betonte jedoch, dass es in diesem Fall keine rasche Abhilfe gebe. „Es wird ein umfassendes Bündel an Maßnahmen für das gesamte Gebiet benötigen, damit das Ökosystem wieder langfristig funktioniert.“ Und auch die Frage, wer die Kosten dafür tragen wird, ist offen; so ist beispielsweise das Strandbad , das im Altarm „Geschirrwasser“ liegt, im Besitz des Stifts Klosterneuburg, wurde jedoch von der Stadt gepachtet.

Strandbad gesperrt

Dass der Kreislauf in der Au gestört ist, zeigt sich in eben diesem Bereich besonders deutlich: Das Strandbad ist seit Mitte Mai behördlich gesperrt, da bei einer Wasseruntersuchung eine mögliche Gefährdung für Mensch und Tier festgestellt wurde. Konkret könnten sich im Wasser Cyanobakterien-Toxide bilden, also Giftstoffe, die durch Blaualgen entstehen. Die werden durch Trockenheit und hohe Temperaturen begünstigt. Auf das Ergebnis einer Kontrolluntersuchung wird noch gewartet.

Auch viele Bewohner sorgen sich um „ihre“ Au: Seit September des Vorjahrs werden Unterschriften gesammelt, um auf die „galoppierende“ Verlandung aufmerksam zu machen. 2.115 Menschen haben die Petition bereits unterstützt. Sie fordern „sanfte Eingriffe“, damit die Au wieder stärker von Donauwasser durchströmt wird. „Wir bitten alle Entscheidungsträger um gemeinsames, beherztes Vorgehen, um den Plan für eine hydrologische und ökologische Sanierung zu erarbeiten und umzusetzen“, heißt es.

Die gute Nachricht: Trotz all der Probleme in der Au sei bisher kein irreversibler Schaden entstanden. „Es entspricht der Dynamik der Au als Naturraum, dass sich ihre Topografie ändert“, macht Hiptmayr seitens des Stifts klar. Dementsprechend komme auch der Auwald gut mit den Veränderungen zurecht, er sei nicht gefährdet.

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