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Chronik Niederösterreich
09/22/2020

Wieder Hochzeits-Cluster im Waldviertel: 700 Gäste, 13 positiv

Contact Tracing nach dem Fest in der Stadthalle Schrems erschwert, weil Brautpaar vollständige Gästeliste zurückhält.

von Marlene Penz

Es ist bereits der zweite größere Corona-Cluster, der sich in der jüngsten Vergangenheit im Waldviertel nach einer türkischstämmigen Hochzeit gebildet hat. Diesmal ist der Ort des Geschehens nicht der Bezirk Zwettl, sondern der Bezirk Gmünd.

Wie die NÖN berichteten, ist es zu einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen nach dem Fest am 12. September in der Stadthalle Schrems gekommen. Aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) heißt es auf KURIER-Nachfrage, dass es mit Stand Dienstagnachmittag 13 positive PCR-Tests im Zusammenhang mit dieser Hochzeit gebe. Es könnten aber noch mehr werden, Ergebnisse seien noch ausständig. 

Anzeigen drohen

Zudem würde sich das Contact Tracing in diesem Fall schwierig gestalten, da das Brautpaar keine vollständige Gästeliste abgegeben hätte. 350 Personen seien im Vorhinein angemeldet gewesen, es dürften aber dann 700 gewesen sein. Laut Sanitätsstab des Landes NÖ befinden sich derzeit 150 in Quarantäne. In der Hochzeitslokalität, der Stadthalle Schrems, wäre unter normalen Umständen Platz für 1.000 Personen.

„Wir wurden eine Woche lang hinsichtlich der Kontakte angelogen“, zitierten die NÖN Bezirkshauptmann Stefan Grusch.
Den Behörden liege nach der Veranstaltung vom 12. September noch immer nicht die vollständige Besucherliste für das Contact Tracing vor. „So verstreicht Zeit, in der sich weitere Kontakte ergeben und das Virus munter weiter streuen kann“, so Grusch. „Ich zeige jeden, der uns angelogen hat, bei der Staatsanwaltschaft an. Das ist eine Gemeingefährdung für den gesamten Bezirk.“

Gäste wählten 1450

„Einige Testergebnisse sind noch ausständig, aber alle Verdachtsfälle sind abgesondert und alle Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne“, erklärte Grusch am Nachmittag in einer Aussendung. Grundsätzlich sei festzustellen, „dass sich die Besucher der Hochzeit, nachdem sie die Dringlichkeit der Situation erkannt hatten, rasch bei 1450 gemeldet haben“, fuhr er fort.

„Die Erhebungen und das Contact Tracing bezüglich der Hochzeit in Schrems laufen derzeit“, erklärte der Landessanitätsstab. Es sei nicht auszuschließen, dass der Cluster noch weiter anwachse.

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