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Chronik Niederösterreich
11/18/2021

Bremsklötze am Weg in die Internet-Zukunft

In Niederösterreich sind die regionalen Unterschiede beim Glasfaser-Ausbau groß. Das Land will das in den nächsten Jahren ausgleichen.

von Stefan Jedlicka

„Eine leistungsfähige Breitband-Infrastruktur ist eine Grundvoraussetzung für Wirtschaftswachstum, Innovationen und den territorialen Zusammenhalt.“ So ist es auf der Homepage des Landes NÖ nachzulesen. Für manche Endkunden im Land muss der Satz jedoch wie blanker Hohn klingen, lässt die Internet-Abdeckung doch vor allem in ländlichen Gebieten mitunter noch zu wünschen übrig.

Das Problem: Die großen privaten Netzbetreiber investieren in den Ausbau vor allem in wirtschaftlich lukrativen Regionen. Das sind die Ballungsräume. Deshalb ist man seitens des Landes bemüht, dort Glasfaser-Leitungen zu verlegen, wo private Anbieter nicht tätig werden. Dazu hat man die Tochtergesellschaft nöGIG gegründet – an der sich mittlerweile die deutsche Allianz Versicherung mit rund 300 Millionen Euro zu drei Vierteln beteiligt hat.

100.000 weitere Haushalte

Das „Niederösterreichische Breitbandmodell“ wurde in vier Pilotregionen mit 35.000 Haushalten getestet. Mit Erfolg, wie man seitens der nöGIG betont. „Wir sehen in den Gemeinden, in denen das Glasfaser-Netz aktiv ist, wie positiv es sich auf die Regionen auswirkt. Menschen ziehen wieder zu, Betriebe siedeln sich an, Immobilien steigen im Wert“, sagt Geschäftsführer Reinhard Baumgartner. Umso größer ist das Unverständnis mitunter in benachbarten Orten ähnlicher Größe, in denen noch keine leistungsfähigeren Kabel verlegt wurden.

In den kommenden drei Jahren sollen aber rund 100.000 weitere Haushalte versorgt werden, verspricht Baumgartner. Aktuell läuft der Ausbau in 17 Gemeinden - Oed-Oehling, Aschbach-Markt, Lanzenkirchen, Walpersbach, Kematen an der Ybbs, Sonntagberg, Paudorf, Absdorf, Hausleiten, Tattendorf, Stetteldorf am Wagram, Allhartsberg, Engelhartstetten, Heldenberg, Purgstall, Pyhra und Sierndorf. „Und laufend kommen weitere dazu“, kündigt Baumgartner an.

Zusätzliche Förderungen

Ziel sei „die möglichst flächendeckende Versorgung von nahezu 800.000 Haushalten im Land mit gigabitfähigen Anschlüssen“. Dazu sei man es jedoch wegen der hohen Investitionskosten im ländlichen Raum auf weitere – bereits angekündigte – Förderungen des Bundes angewiesen, so Baumgartner. Und auf das Interesse der Endkunden. Denn nur wenn jeweils 42 Prozent der Bewohner eines Ausbaugebietes eine Bestellung für einen Glasfaseranschluss bei nöGIG abgeben, könne man mit den Grabungsarbeiten starten, betont Baumgartner.

Eigene Projekte

Sieben kleineren Gemeinden im Ybbstal dauerte das zu lang. Sie gründeten eine eigene Glasfaser-Ybbstal GmbH, um den Ausbau in entlegeneren Regionen selbst in die Hand zu nehmen. Seitens des Landes heißt es dazu, man habe für periphere Lagen gemeinsam mit den Gemeindevertreterverbänden eine zusätzliche Förderung von 100 Millionen Euro bereitgestellt.

Als Grenzwert für das Engagement privater Betreiber werden mindestens 5.000 Einwohner in Gemeinden genannt. Deutlich darunter liegt Bad Fischau-Brunn im Bezirk Wiener Neustadt, wo A1 aber doch für einen Glasfaser-Anschluss gewonnen werden konnte. Denn trotz unmittelbarer Nähe zur Bezirkshauptstadt Wiener Neustadt sorgt die Internet-Geschwindigkeit in Bad Fischau-Brunn immer wieder für Beschwerden. Mittlerweile laufen die Bauarbeiten für die Verlegung der Glasfaserkabel. Mit einem Abschluss rechnet Vizebürgermeister Stefan Zimper (ÖVP) im Februar oder März. Ab Mai 2022 hoffe man dann auf deutlich leistungsfähigeres Internet im Ort.

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