Krimi um Brandstiftung in NÖ: Verdächtiger entgeht DNA-Test
Der Großbrand ereignete sich im März 2025 im Bezirk Bruck an der Leitha.
Es war ein Heizöl-Tank, der den Kriminalisten den nötigen Zund lieferte. Ein Krimi um einen vermeintlichen Millionenbetrug hat Brandermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich monatelang beschäftigt.
Ein bekanntes Café im Bezirk Bruck an der Leitha ist vor einem Jahr im März lichterloh in Flammen aufgegangen. Wie die Kriminalisten herausfanden, handelte es sich um Brandstiftung. Acht Verdächtigen wird Anfang Juni am Landesgericht Korneuburg deshalb der Prozess gemacht.
Auftragsarbeit?
Das Feuerinferno soll von den Besitzern in Auftrag gegeben worden sein, so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Im Zuge einer kuriosen Rechtsentscheidung bewahrte das Landesverwaltungsgericht Niederösterreich (LVwG) einen der vermeintlichen Auftraggeber davor, im Zuge der erkennungsdienstlichen Behandlung durch die Polizei eine DNA-Probe abgeben zu müssen.
Der Großbrand ereignete sich im März 2025 im Bezirk Bruck an der Leitha.
Brandbeschleuniger
Es war am 6. März 2025 kurz nach 2.30 Uhr, als fünf Feuerwehren zu dem Großbrand ausrückten. Der Gebäudekomplex stand lichterloh in Flammen. Nach dem verheerenden Feuer wurden Chef-Brandermittler Markus Herndlbauer und sein Team vom LKA mit dem Fall betraut. „Unter Beiziehung eines Sachverständigen des Bundeskriminalamtes wurde eine umfassende Brandursachenermittlung und Tatortarbeit durchgeführt“, so Herndlbauer.
Dabei kam rasch der Verdacht auf, dass es sich um Brandstiftung handelte. Und zwar hatten der oder die Täter mit brandunterstützenden Substanzen, in dem Fall mit Heizöl, kräftig nachgeholfen. „Der Treibstoff wurde als Brandbeschleuniger verwendet“, so die Ermittler. Das Heizöl war sogar auf dem Areal gelagert.
Handys beschlagnahmt
Schon bald gerieten drei mögliche Auftraggeber ins Visier der Kriminalisten. Die beschlagnahmten Mobiltelefone erwiesen sich als Fundgrube. Durch die Auswertung diverser Chats und weiterer, durch die Staatsanwaltschaft Korneuburg angeordneter forensischer Maßnahmen wurde erhoben, dass drei Beschuldigte die Brandstiftung in Auftrag gegeben haben sollen. Der Verdacht laut Anklage: Sie sollen vier Afghanen und einen Iraner angeheuert haben, um das Gebäude „warm abzutragen“. Das Quintett gilt als Verursacher der Feuersbrunst.
Als Motiv werden finanzielle Schwierigkeiten angenommen. Das abgebrannte Gebäude samt Einrichtung war auf 1,1 Millionen Euro versichert. Diese Summe sollen sich die Verdächtigen erhofft haben. Im Prozess geht es um Brandstiftung sowie versuchten schweren Betrug, keiner der acht Beschuldigten zeigte sich zu den Tatvorwürfen bisher geständig.
Der Großbrand ereignete sich im März 2025 im Bezirk Bruck an der Leitha.
DNA-Test
Seltsame Blüten trieb das Ermittlungsverfahren in Bezug auf einen DNA-Test. Einer der verdächtigen Bestimmungstäter für die Brandstiftung wurde zu einer Einvernahme samt erkennungsdienstlicher Behandlung (Fotos, Fingerabdrücke etc.) ins LKA geladen.
Als der Mann sich weigerte, wurde er von der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg nochmals vorgeladen. Die Grundlage dafür liefert das Sicherheitspolizeigesetz. Es ermächtigt die Sicherheitsbehörden, einen Menschen, der im Verdacht steht, eine mit gerichtlicher Strafe bedrohte vorsätzliche Handlung begangen zu haben, unter gewissen Voraussetzungen erkennungsdienstlich zu behandeln.
Der Verdächtige legte dagegen Beschwerde ein und bekam vom LVwG recht. Kurz gefasst deshalb, weil durch eine DNA-Probe keine neuen Erkenntnisse zu erwarten gewesen wären. Denn der Verdächtige galt als Bestimmungstäter und hätte demnach an einem Tatort gar keine verräterischen Spuren oder DNA hinterlassen können.
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