Kein Alkoholkonsum: An diesen Bahnhöfe in NÖ könnte das Verbot kommen
Auch beim Bier öffnen, braucht man Muckis.
Am Wiener Neustädter Bahnhof ist es bereits Realität: Es gilt ein Alkoholkonsumationsverbot am gesamten Bahnhofsareal. Und wenn es nach Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) geht, könnte das bald auch für andere Bahnhöfe in NÖ gelten.
Der Hintergrund: Österreichweit gibt es auf neun Bahnhöfen ein derartiges Konsumationsverbot – wobei dies nicht für Gastronomiebetriebe am Bahnhofsareal gilt. Hanke hat die ÖBB damit beauftragt, eine Ausweitung des Verbotes an frequenzstarken Bahnhöfen (also mit über 20.000 Fahrgästen) zu prüfen. Für ihn stehen dabei zwei Argumente im Vordergrund: „Erstens der Schutz der Mitarbeiter, die im Einsatz klare Regeln statt Auslegungsfragen brauchen. Zweitens der Anspruch, dass Bahnhöfe Orte der Begegnung bleiben, an denen sich alle Menschen wohlfühlen – ob Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder Familien auf dem Weg in den Urlaub“, so der Minister.
Es gibt bereits Schutzmaßnahmen
Wobei beispielsweise am Bahnhof Baden bereits Schutzmaßnahmen gelten; hier wurde vor einigen Jahren eine sogenannte Schutzzone eingerichtet. Diese ermächtigt Polizei und Sicherheitsdienst, Personen wegzuweisen, von denen Gefahr ausgehen könnte – insbesondere wegen vorangegangener gefährlicher Angriffe, strafbarer Handlungen nach dem Strafgesetzbuch sowie dem Verbots- oder dem Suchtmittelgesetz.
Wozu es dann noch Alkoholkonsumverbote braucht? Laut dem Ministerium steht rund jede sechste sicherheitsrelevante Meldung an den ÖBB-Bahnhöfen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, ordnet das Ministerium ein. Die aktuelle Hausordnung untersagt „übermäßigen“ Alkoholkonsum, für ein ausgeweitetes Verbot bräuchte es aber eine entsprechende Änderung. Vor einer Umsetzung seien außerdem Gespräche mit Gemeinden und Bezirken notwendig, um das Areal des Alkoholkonsumationsverbots genau abzugrenzen – und auch nicht an andere Plätze im Umfeld zu verlagern. Die Entscheidung, für welche Bahnhöfe konkret eine Ausweitung infrage kommt, soll in den kommenden Monaten fallen – fixe Kandidaten gibt es derzeit noch keine.
Regelungen greifen
Fest steht jedenfalls: Der Bahnhof Baden ist in Sachen Alkoholkonsum bisher nicht negativ aufgefallen. Seitens des Bezirkspolizeikommandos heißt es dazu, es gebe keine Vorfälle im Zusammenhang mit exzessivem Alkoholkonsum. Problemherde brauche es für eine Umsetzung aber auch gar nicht, wie ÖBB-Sprecher Christopher Seif erklärt: „Die Lage ist auf den Bahnhöfen grundsätzlich stabil. Weder die Anzahl der Alkoholfälle noch deren Intensität zeigen aktuell eine kritische Entwicklung.“ Allerdings würden die längeren Öffnungszeiten von Supermärkten und anderen Verkaufsstellen an großen Bahnhöfen, etwa sonntags oder abends, auch zu Alkoholmissbrauch am Bahnhofsgelände führen.
Die Maßnahmen würden jedenfalls greifen, wie sich am Wiener Westbahnhof zeigt. „Dort machen wir damit sehr gute Erfahrungen“, sagt Seif. Eine Evaluierung an weiteren Großbahnhöfen mit stationärem Sicherheitspersonal sei daher nur sinnvoll. Neben Baden sollen in Niederösterreich auch die Bahnhöfe St. Pölten Hauptbahnhof, Mödling und Flughafen Wien überprüft werden.
In Zügen darf übrigens weiterhin Alkohol getrunken werden: „Sie sind ein klar abgegrenzter Reisebereich mit bestehenden Regelungen und Kontrollmöglichkeiten“, begründet Seif.
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