Mehr Securitys und mehr Licht für den Bahnhof Wiener Neustadt
Rund 35.000 Pendler frequentieren den Bahnhof Wiener Neustadt täglich.
Das subjektive Sicherheitsgefühl am Bahnhof Wiener Neustadt ist seit Jahren ein heiß umstrittenes Thema. Immer wieder sorgen Berichte von Schlägereien und Belästigungen für Gesprächsstoff. Die SPÖ forderte wiederholt die Einrichtung eines eigenen Polizeiwachzimmers vor Ort.
Seitens der Stadt und der ÖBB hat man auf die Situation bereits reagiert und wolle durch weitere Maßnahmen für mehr Sicherheit am Bahnhof sorgen, betonten nun Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) und ÖBB-Vorstand Andreas Matthä bei einem gemeinsamen Rundgang in Wiener Neustadt.
So werde vor allem die Beleuchtung konsequent verbessert. Der Personentunnel und die offenen Bahnsteigbereiche wurden auf deutlich hellere LED-Beleuchtung umgerüstet, genauso wie die Gänge und Korridore hinter dem Bahnhof in Richtung der Parkgarage und der Fahrradständer.
Dies solle sogenannte Angsträume – also dunkle Ecken, Gassen und Gänge – verringern, so Matthä. Und noch heuer wollen die ÖBB die gesamte Bahnhofshalle und die Bahnsteigdächer auf LED-Technik umrüsten. 600.000 Euro werden dafür investiert.
Mehr Videoüberwachung
Objektiv sei der Bahnhof Wiener Neustadt zwar bereits auf einem hohen Sicherheitsniveau, den Fahrgästen gehe es auch um ihr subjektives Sicherheitsempfinden, sagte Matthä. Kundenbefragungen würden dies ergeben. Daher kommen auch zusätzliche Videokameras zum Einsatz, die das gesamte Bahnhofsareal im Blick haben.
Bürgermeister Schneeberger und ÖBB-Chef Matthä beim Rundgang am Bahnhof.
Mit mehr als 35.000 Pendlern pro Tag gilt der Bahnhof Wiener Neustadt als einer der größten Verkehrsknotenpunkte Niederösterreichs. Er sei aber vor allem "auch eine erste Visitenkarte der Stadt", betonte Schneeberger. Man habe daher das Gespräch mit den ÖBB bezüglich der Sicherheitssituation gesucht. Grund dafür seien zahlreiche Beschwerden von Eltern, Frauen und jungen Mädchen gewesen, die Angst vor Jugendkriminalität am Bahnhof erlebt hätten. "Es halten sich hier viele Jugendbanden auf. Wenn es dann auch noch dunkel ist, dann ist das eine Bedrohungssituation“, räumte Schneeberger ein.
Derzeit würde man mit dem Innenministerium die Sicherheit auch außerhalb der Schutzzone am Bahnhof besprechen.
Die Schutzzone rund um den Bahnhof besteht seit acht Jahren und wurde zuletzt erweitert. Zusätzlich wurde vom Innenministerium eine Jugendschutzgruppe eingerichtet, was zur Erhöhung der Sicherheit beitrage, so Schneeberger. Trotz dieser Maßnahmen sei die Kriminalität jedoch nicht verschwunden.
SPÖ-Vize fordert mehr Maßnahmen
Wiener Neustadts Vizebürgermeister Rainer Spenger (SPÖ) begrüßte den Besuch des ÖBB-Vorstands am Bahnhof, fordert aber dennoch mehr Engagement von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Und Spenger erneuerte abermals seine Forderung nach „Wiedereinrichtung der Polizeiinspektion" sowie "einer professionellen Videoüberwachung und grundsätzlich mehr Exekutivbeamte in der Stadt“.
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