Westbahn will Wiener Neustadt zum zentralen Knotenpunkt machen
Zusammenfassung
- Westbahn plant ab März fünf tägliche Halte in Wiener Neustadt und macht den Bahnhof zur zentralen Drehscheibe auf der Südstrecke.
- Die neuen Verbindungen schließen die Lücke, die durch den Wegfall der Railjet-Xpress-Halte der ÖBB entstanden ist, und stärken die Region für Pendler und Reisende.
- Mit modernen Hochgeschwindigkeitszügen werden schnelle Verbindungen nach Villach, Graz und Wien sowie neue Umsteigemöglichkeiten zu Regionalbahnen geschaffen.
Eine gute Nachricht für Bahnfahrer und Pendler aus dem südlichen Niederösterreich: Die Westbahn plant zusätzliche Halte auf der Nord-Süd-Strecke und will den Bahnhof in Wiener Neustadt zur zentralen Drehscheibe machen. Fünf Mal täglich fahren die Westbahn-Züge von Wien bis nach Villach und wieder zurück - und das ab März mit einem fixen Stopp in Wiener Neustadt.
Erst im vergangenen Sommer hatten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) angekündigt, dass die Railjet-Xpress-Züge ab Dezember nicht mehr an dem Bahnhof im südlichen Niederösterreich halten. Ein Aufschrei von Pendlern und Politik folgte rasch.
Bürgermeister: "Schwächung ist ein Schlag ins Gesicht der Region"
"Der Hauptbahnhof ist nicht nur der Verkehrsknotenpunkt Niederösterreichs, sondern eine der zentralen Drehscheiben des gesamten öffentlichen Verkehrs in Österreich. Jede Schwächung dieses Knotens ist ein Schlag ins Gesicht der gesamten Region“, kritisierte Bürgermeister Klaus Schneeberger die Entscheidung der ÖBB damals.
Nun will der private Mitbewerber die Lücke füllen. „Mit dem neuen Westbahn-Angebot auf Südstrecke stärken wir Wiener Neustadt als Drehscheibe Richtung Wien und Villach. Von diesem neuen Angebot werden Pendler sowie alle Bahnreisenden auf der Südstrecke profitieren“, so Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch.
Als einer der passagierstärksten Bahnhöfe Österreichs werde Wiener Neustadt damit als Drehscheibe im Fernverkehr auf der Südstrecke gefestigt. Die neue Westbahn-Verbindung stärke die Rolle des Bahnhofs als Knotenpunkt für Pendler, Reisende und Umsteiger aus der gesamten Region.
In Richtung Süden sind folgende Abfahrtszeiten in Wiener Neustadt geplant:
6:51, 10:51, 14:51, 16:51 und 18:51
Vom Süden kommen die Züge zu folgenden Zeiten an:
8:10, 10:10, 13:10, 17:10 und 21:10
LH-Stellvertreter Landbauer: "Wiener Neustadt ist kein Durchfahr-Bahnhof"
Zufrieden mit der Ankündigung zeigt sich auch der niederösterreichische Verkehrslandesrat und Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer: „Wiener Neustadt ist kein Durchfahr-Bahnhof. Das wird mit diesem Schritt eindrucksvoll bestätigt. Auf der Südstrecke beginnt eine neue Ära des Bahnfahrens.“ Die Westbahn setze dort an, wo Menschen unterwegs sind. Die zusätzlichen Halte in Wiener Neustadt seien "ein starkes Signal für die gesamte Region".
Zum Einsatz kommen auf der Strecke Stadler-SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge mit bis zu 250 Stundenkilometern. Von Wiener Neustadt nach Klagenfurt soll die Westbahn mit einer Fahrzeit von zwei Stunden und 38 Minuten künftig zur schnellsten Fernverkehrsverbindung werden.
Neue Umsteigeverbindungen zu Regionalbahnstrecken
Für Pendler ergeben sich an Werktagen neue Umsteigeverbindungen von der Westbahn zu den Regionalbahnstrecken, wie der Gutensteinerbahn oder Puchbergerbahn sowie Aspangbahn im Wiener Becken. Die Fahrzeit zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt beträgt 27 Minuten über die Pottendorfer Linie.
Die Fahrzeit von Wiener Neustadt nach Graz ist eine Stunde und 53 Minuten. Villach wird von Wiener Neustadt mit den neuen Verbindungen über Graz und die Koralmbahn in etwa mehr als drei Stunden erreicht.
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