Auswirkungen des Klimawandels: Mödling startet „Hitzeaktionsplan“
Symbolfoto
Temperaturen um 40 Grad, Wasserknappheit. Die Auswirkungen des Klimawandels sind im heurigen Sommer deutlich spürbar. Die Stadtgemeinde Mödling hat dagegen nun einen Aktionsplan zusammengestellt. „Die zunehmende Hitze wird für die Bevölkerung zu einer immer größeren Gefahr, die die Gesundheit belastet und gefährdet. Daher ist die Anpassung an die neuen Gegebenheiten durch die globale Erwärmung enorm wichtig“, sagt Bürgermeisterin Silvia Drechsler (SPÖ).
Die Stadt wolle bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden, betont die Bürgermeisterin. „Doch dies reicht längst nicht mehr aus. Aus diesem Grund wurde das Gesundheitsreferat unter Stadtrat Stephan Schimanowa beauftragt, alle bisherigen Aktivitäten der Stadt zusammenzuführen und in Kooperation mit der Verwaltung einen Hitzeplan für Mödling auszuarbeiten.“
Man wolle „die Bevölkerung bestmöglich auf zukünftige Hitzeperioden vorbereiten“ und dazu „Best Practice-Beispiele aus anderen Gemeinden auf Mödling umlegen“, erklärt Schimanowa. Etwa durch „ein Netz von kühlen Räumen über ganz Mödling, wo sich Personen kostenlos aufhalten können“. Erste Gespräche mit möglichen Partnern hätten bereits stattgefunden. Bestehende Angebote der Kirchen in der Stadt werde man ebenfalls weiter nutzen.
Beschattung und Wasserstellen
Kühlungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum sollen zusätzliche Beschattung, neue Sitzgelegenheiten oder Wasserstellen schaffen. „Nach dem Vorbild der Stadt Baden soll auch die Wirtschaft ins Boot geholt werden und Betriebe gekennzeichnet werden, in denen kostenlos Trinkwasserflaschen aufgefüllt werden können“, kündigt Schimanowa an. Zusätzlich werde die Installierung eines „Kälte-Telefons“ oder ähnlicher Dienstleistungen verbunden mit einem Shuttledienst für besonders anfällige Bevölkerungsgruppen geprüft.
Gesundheitsstadtrat Stephan Schimanowa, Sonderschulgemeinde-Obfrau Nicole Kolar, Vizebürgermeister Rainer Praschak, Mittelschulgemeinde-Obfrau Sabine Karl-Moldan und Stadtrat Michael Danzinger (von links) arbeiten gemeinsam am "Hitzeaktionsplan" für Mödling.
Klimatisierung von Kindergärten und Schulen
Zur möglichst raschen Kühlung der Schulen und Kindergärten werden Kostenschätzungen für Klimatisierungsgeräte eingeholt. „Da auf vielen Kindergärten bereits PV-Anlagen installiert sind, wäre der Betrieb auch kostensparend möglich“, ist der Stadtrat überzeugt. Die Mittelschul- und Sonderschulgemeinde unterstützen diese Bestrebungen der Stadt, versichert Obfrau Sabine Karl-Moldan (ÖVP): „Gemeinsam wollen wir die Klimatisierung unserer Bildungseinrichtungen umsetzen. Es ist eine Initiative für unsere Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte.“
Klima-Stadtrat und Vizebürgermeister Rainer Praschak (Grüne) betont: „Hitzevorsorge ist längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern eine konkrete Aufgabe für unsere Stadt. Gerade Kinder, aber auch ältere Personen brauchen in heißen Wetterphasen unseren besonderen Schutz.“
Dazu beitragen wollen übrigens auch Studierende der Raumplanung an der Technischen Universität Wien. Sie haben gemeinsam mit der Stadt Mödling und der Modellregion Thermenlinie (KEM & KLAR!) ein Studienprojekt zur klimagerechten Raumplanung durchgeführt. Ziel sei „eine Stadtplanung, die gut mit dem Klima der Zukunft umgehen kann und die Lebensqualität sichert“.
Die Studierenden arbeiteten dabei mit Expertinnen und Experten zusammen, untersuchten das lokale Klima, den Grünraum sowie die Mobilität. Ein Schwerpunkt war, wie mit der zunehmenden Hitze in der Stadt planerisch umzugehen ist. Wo fehlt Schatten? Wo kann Wasser kühlen? Wo können Menschen sicher zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sein?
Daraus entstanden vier Projekte rund um den Mödlingbach, die Schöffelstadt und den Hyrtlplatz:
- „Mödling Zammbringen“: Menschen, Ideen und Orte verbinden. Treffpunkte, Information und Beteiligung.
- „Mödling auf coolen Wegen“: Sichere, schattige Routen für Fuß- und Radverkehr, mit Rast- und Trinkmöglichkeiten.
- „Grünes Netz“: Mehr Bäume und Beete, entsiegelte Flächen, schattige Wege. Parks und Höfe werden verbunden.
- „BachOase“: Neue Aufenthaltsorte am Wasser, Stufen und Spielbereiche. Der Bach kühlt und die Natur wird gestärkt.
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