© Franz Gleiß

Chronik Niederösterreich
12/18/2021

Aus Melker Fährhaus soll Restaurant Hafenspitz werden

Die neuen Pächter haben große Pläne für das Traditionshaus. Campingplatz und Apartments betreibt nun die Stadt selbst.

von Sophie Seeböck

Im vergangenen Mai entschieden sich die Betreiber des Fährhauses am Melker Hafenspitz für die Schließung der Traditionsstätte. Als neuer Käufer der Immobilie wie auch des dazugehörigen Campingplatzes sprang die Immobiliengesellschaft der Stadt Melk "MEKIV" ein.

„Wir wollten selbst in der Hand haben, wer den Hafenspitz bespielt, und somit auch das Naherholungsgebiet Kolomaniau aufrechterhalten“, lobt Bürgermeister Patrick Stobl (ÖVP) heute noch die Entscheidung. Während die Immobiliengesellschaft auch in Zukunft den Campingplatz sowie die Apartments am Hafenspitz betreuen wird, wurde ein Pächter für das ehemalige Fährhaus gesucht.

Neue Pächter gefunden

In einem rund zweieinhalb Monate dauernden Ausschreibungsprozess hätten sich laut MEKIV-Geschäftsführerin und Wirtschaftsstadträtin Ute Reisinger einige Interessenten gemeldet. Den Zuschlag erhielt die oberösterreichische Stützner Gruppe. „Wir haben in der intensiven Vorarbeit gemerkt, dass wir in die gleiche Richtung arbeiten“, gab Geschäftsführer Patrick Stützner bei seiner Vorstellung als neuer Pächter Einblicke in die Verhandlungen mit der Stadt Melk.

Die Stützner-Gruppe betreibt unter anderem  das Parkbad in Linz und den Stiftskeller Admont. Zur Gruppe gehört auch ein eigenes Cateringservice sowie eine eigene Linie für Festmärkte.

Neben Geschäftsführer Patrick Stützner wird in Melk sein Kollege Patrick Bauer vor Ort sein. 

Nachdem der Melker Hafenspitz – den die Stadt gerne als „Eingangstor“ für rund 450.000 Schiffstouristen und fast 200.000 Radfahrer bezeichnet – momentan baulich komplett verändert wird, haben die Pächter auch große Pläne für den Umbau des in die Jahre gekommen Fährhauses.

"Erholungsinsel" für alle

"Wir wollen Schiffstouristen, Radfahrer, aber vor allem auch die Einheimischen bedienen", heißt es bei der Stützner Gruppe, die den Standort zur "Insel der Erholung" für alle Kunden machen will. Neben einem großzügigen offenen und überdachten Gartenbereich mit Service soll es für den schnellen Hunger oder Durst einen Selbstbedienungsbereich geben. "Radtouristen sollen aber auch ohne Konsumationszwang am Hafenspitz auftanken können", sagt Patrick Stützner  zu den  geplanten Ruhezonen im Außenbereich.

Der Innenbereich soll ganz im traditionellen Schiffsbau-Stil mit Tauen und Planken gestaltet werden und ein reichhaltiges Frühstücks- und Abendangebot aufweisen. „Das Melker Fährhaus wird zu einem modernen, zeitgemäßen Restaurant werden, das regionale und ausschließlich österreichische Produkte höchster Qualität bieten wird“, geben die neuen Pächter weitere Einblicke in das Konzept. "Dabei soll der Schwerpunkt Wein aus der Region nicht nur eine Idee sein, sondern im Hafenspitz gelebt werden."

Vollbetrieb ab 2023

Bereits beim Kauf der Liegenschaft durch die Stadt im Sommer wurden für die Sanierung rund 1,2 Millionen Euro anberaumt. Knapp eine Million Euro will auch die Stützner Gruppe in das neue Konzept stecken. Ein Übergang vom bisherigen Saison- zu einem Ganzjahresbetrieb sei aber erst ab 2023 realistisch. Im kommenden Jahr werde man trotzdem bereits Gäste empfangen. Erste Investitionen würde man aus diesem Grund in die Infrastruktur des bestehenden Gebäudes stecken. 

„Wir sind zuversichtlich, dass es durch dieses Projekt neben der nachhaltigen Wertsteigerung der Immobilie zu einer Wertsteigerung für die gesamte Stadt kommen wird“, zeigt sich Wirtschaftsstadträtin  Ute Reisinger vom Konzept überzeugt. Derzeit wird an der Detailplanung für das Fährhaus gearbeitet – dieses soll im Frühjahr eingereicht und danach umgesetzt werden. Durch den Eigenbetrieb des Campingplatzes und der Apartments am Hafenspitz wolle man seitens der Stadt Melk den Ankauf der Immobilie refinanzieren. 

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