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Arbeitslos: Große Hürden für die Generation 55plus

Jeder vierte Arbeitslose in Niederösterreich ist bereits älter als 55. Eine neue Jobmesse soll Arbeitskräfte vermitteln.
AMS NÖ Beratungs- und Jobmesse für Jobsuchende 55 plus

Die Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich steigen, besonders betroffen von diesem Negativtrend ist die Generation 55plus.

Jede vierte und jeder vierte Arbeitslose im Bundesland ist älter als 55 Jahre. Angetrieben vom steigenden Pensionsantrittsalter nimmt vor allem die Arbeitslosigkeit unter den Frauen überdurchschnittlich stark zu.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat das Arbeitsmarktservice (AMS) Niederösterreich erstmals eine Jobmesse für die Generation 55plus abgehalten. Mehr als 800 Jobsuchende sind dazu am Montag in die Kasematten nach Wiener Neustadt gekommen.

AMS NÖ Beratungs- und Jobmesse für Jobsuchende 55 plus

Im Juni veranstaltete das AMS Niederösterreich erstmals eine Info-, Beratungs- und Jobmesse für Arbeitsuchende der Generation 55plus in den Wiener Neustädter Kasematten.

Ende Mai waren in Niederösterreich 43.942 Personen arbeitslos gemeldet, das sind um fast fünf Prozent mehr als im Mai 2025. 11.619 Frauen und Männer davon sind älter als 55 Jahre. Die Zahl der arbeitslosen Frauen dieser Generation ist sogar um 11,5 Prozent höher als im Mai des Vorjahres.

Wettbewerbsfähigkeit absichern

Alleine die Zahlen verdeutlichen, dass die Altersarbeitslosigkeit eine enorme Herausforderung der Zukunft ist. Die Jobmesse soll dazu dienen, das Potenzial der älteren Generation sichtbar zu machen, sagt AMS-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern. Wie die Vizepräsidentin der NÖ-Wirtschaftskammer, Monika Eisenhuber, erklärt, sind „ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keine zweite Wahl, sondern ein Gewinn für jeden Betrieb. Ohne die Generation 55plus wird es nicht gelingen, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unser Sozialsystem langfristig abzusichern.“

Was es bedeutet, im Alter völlig unerwartet den Job zu verlieren, konnte man im Rahmen der Jobmesse von einer Betroffenen erfahren. Hedwig Alscher aus dem Bezirk Baden war Bilanzbuchhalterin, als sie im April 2025 ihren Arbeitsplatz verlor. „Ich konnte es nicht glauben. Es trifft einen aus heiterem Himmel“, schildert sie.

Zwei Frauen stehen an einem runden Tisch vor einer weißen Wand und lächeln in die Kamera.

Alexandra Mandl (re.) stellte Hedwig Alscher ein.

Viele Absagen

Weit über 100 Bewerbungen hat sie versendet, nur sieben Mal kam es zu einem Bewerbungsgespräch. Und das, obwohl es an Qualifikationen nicht fehlt. Sie absolvierte ein technisches Studium, studierte in Frankreich, spricht mehrere Sprachen, verfügt über eine Trainerinnenausbildung und vieles mehr.

Sie beschreibt die Zeit in der Arbeitslosigkeit als „zermürbend“. Erst im vergangenen März sprang mit Unterstützung des AMS der Funke über. Die Finanzvorständin von Red Zac (Euronics Austria) war auf Alschers Bewerbung aufmerksam geworden.

Für Alexandra Mandl war das Alter der Bewerberin kein Hindernis, sondern ein Grund, sie einzustellen. „Gesucht haben wir eine erfahrene Bilanzbuchhalterin. Und sie hatte nicht nur wertvolle Erfahrung im Beruf, sondern auch im Leben“, erklärt Mandl.

Loyalität und Wissenstransfer

Laut dem Vizepräsidenten der Arbeiterkammer NÖ, Horst Pammer, schwinden die Jobchancen für Menschen über 55, wenn sie einmal arbeitslos sind. „Jede Initiative, um die Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen, ist daher wichtig und unterstützenswert. Es lohnt sich, ältere Dienstnehmer zu beschäftigen. Sie bringen für Arbeitgeber attraktive Skills mit, die oftmals unterschätzt werden. Dazu zählt ein langjähriger Erfahrungsschatz, Loyalität und ganz besonders Wissenstransfer“, sagt Pammer.

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