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Brauhof zugesperrt: Stadt Amstetten zählt zu den Gläubigern

Mit der Park Lounge beim Freibad und dem Stadtbrauhof am Hauptplatz verweilen nun zwei städtische Top-Gastroimmobilien in unfreiwilliger sommerlicher Ruhe.
Stadtbrauhof Amstetten

Das gesperrte Stadtwirtshaus mitten im Zentrum trübt momentan die sommerlichen Freuden am Amstettner Hauptplatz. Nachdem nun klar ist, dass die Insolvenz des Pächters des Stadtbrauhofs den geplanten Fortbetrieb nicht mehr zulässt, ist im gegenüberliegenden Rathaus Eile angesagt. Die städtische Gastro-Immobilie soll durch eine rasche Neuübernahme wieder für Gastfreundschaft am Hauptplatz sorgen.

In einem wehmütigen Posting verkündete das Team des Brauhofs den „Abschied von Herzen“ und teilte mit, dass der Stadtbrauhof geschlossen wird.
Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen und sie wäre anders getroffen worden, hätte man nach dem Herzen entscheiden können. Dann würde man nämlich die Gäste noch weiter bewirten, teilte die Belegschaft rund um das Wirtepaar Christoph und Stefanie Weis mit.

Fast am Tag genau zwei Jahre, nachdem die Pächter das von der Stadt frisch sanierte Wirtshaus mit einem festlichen Bieranstich aufgesperrt hatten, musste es nun zugesperrt werden. Den Insolvenzantrag mit Passiva um die 600.000 Euro hatte Christoph Weis bereits im April gestellt. 25 Gläubiger und zehn Beschäftigte sind betroffen. Als ein Hauptgrund wurde Gästeschwund angegeben.
Schon am Dienstag blieb es im schattigen Gastgarten inmitten des bepflanzten Hauptplatzes gespenstisch still.

Nachfolge rasch suchen

Ruhe, die die Stadtverantwortlichen angesichts vieler frequenzbelebender Aktivitäten in der City gar nicht gerne haben. „Die Insolvenz des Stadtbrauhofs ist sehr bedauerlich. Seitens der Stadtgemeinde sind wir Gläubiger und haben den Traditionsbetrieb im Vorfeld bestmöglich unterstützt und Gespräche mit Familie Weis geführt“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP).

Aber man blicke jetzt nach vorne, das Ziel sei eine rasche Neuübernahme des Gasthofs mit bis zu 250 Plätzen samt Gastgarten zu ermöglichen, so der Stadtchef. „Um Gerüchten zu kontern, muss klargestellt werden, dass sicher nicht der Pachtzins Schuld an der Insolvenz gewesen sein kann. Der ist nämlich äußerst moderat“, sagt der Bürgermeister im KURIER-Gespräch.

Eigentlich guter Businessplan

Bei der Vergabe des Gasthofs vor zwei Jahren habe sich die Familie Weis aufgrund ihres Businessplans durchgesetzt. Trotz des vielversprechenden Ansatzes sei es bedauerlicherweise nicht gelungen, das Konzept in gewünschter Form erfolgreich umzusetzen, heißt es aus dem Rathaus.

Der Stadtbrauhof sei eine modernisierte, zeitgemäße Infrastruktur und mit dem wunderschönen Gastgarten ein echtes Schmuckstück, das den Standort massiv aufwertet, ist Haberhauer überzeugt. Jedenfalls gebe es auch bereits vielversprechende Gespräche mit zwei potenziellen Mietern. Ein kühles Getränk im schattigen Brauhofgarten, noch während des Sommers, sollte laut Haberhauer also noch möglich sein.

Auch eine andere edle Gastroimmobilie der Stadtgemeinde Amstetten verharrt derzeit in ungewollter Ruhe. Weil das Restaurant Park Lounge und die beiden Gastro-Kioske im neuen Amstettner Bad nicht mehr zur Markenstrategie passten, zog sich die Petzenkirchner Großbäckerei Haubis nach zwei Jahren aus den gepachteten Lokalitäten zurück. Die Badbuffets betreibt mittlerweile der ausgelagerte Stadtbetrieb AVB selbst. Beim Restaurant mit den gemütlichen Terrassen im Freizeitzentrum sollte es in nächster Zeit zu einer Neuübernahme über die AVB kommen, kündigte Haberhauer an.
 

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