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Chronik Niederösterreich
02/02/2021

Abstimmung über umstrittenen Konzertsaal

Ignaz-Joseph-Pleyel-Saal im Geburtsort des Komponisten ist erneut Thema im Gemeinderat von Großweikersdorf.

von Marlene Penz

 Ignaz Joseph Pleyel – ein Komponist und Klavierbauer, der zur Zeit von Wolfgang A. Mozart und Joseph Haydn ein großer Name war. „Er war der meistgespielte Komponist seiner Zeit. Die Menschen liebten ihn“, erzählt Adolf Ehrentraud, sein „erster“ Biograf, wie er selbst sagt. Ignaz Joseph Pleyel ist in Ruppersthal im Bezirk Tulln geboren. Dort lebt auch Ehrentraud, der Begründer der Internationalen Ignaz Joseph Pleyel-Gesellschaft (IPG), des Museums in seinem Geburtshaus und der Initiator für das 2016 eröffnete Pleyel-Kulturzentrum in Ruppersthal.

Seit 40 Jahren beschäftigt sich Ehrentraud mit dem Musiker, der immer mehr in Vergessenheit geriet. Mittlerweile kennt man nicht nur den Namen Pleyel wieder, sondern auch Ruppersthal und die Konzerte, die dort seit Jahren stattfinden. „2019 hatten wir rund 10.000 Besucher“, erzählt Ehrentraud. Auch für heuer hat er ein Programm mit 45 Veranstaltungen ausgearbeitet, bei denen namhafte Musiker auftreten.

„Die Besucher kommen aus Wien, aus Linz, aus Vorarlberg, sogar aus dem Ausland“, sagt er. Bei größeren Konzerten muss die IPG in andere Ortschaften ausweichen. „In unserem Kulturzentrum ist Platz für 100 Personen. Viele größere Konzerte oder Theater finden im Sommer draußen statt. Fängt es zu regnen an, gibt es keine Ausweichmöglichkeit.“

Darum wünscht sich die IPG einen neuen Konzertsaal für 350 Personen und einer Bühne für 100 Musiker.

Zweiter Anlauf

Im Oktober wurde darüber im Gemeinderat von Großweikersdorf abgestimmt. „Es gab keine Mehrheit. Es ging 9:9 aus“, erzählt Ehrentraud. Aber das ist noch nicht das Ende des Projekts: Am 9. Februar steht der Konzertsaal erneut auf der Tagesordnung. „Diesmal haben wir auch die Blasmusikkapelle ins Boot geholt. Sie sollen dort ein Zuhause finden“, so Ehrentraud und hofft, dass dadurch einige Gemeinderäte ihre Meinung ändern.

Das würde auch Großweikersdorfs Bürgermeister Alois Zetsch (ÖVP) begrüßen: „Ich bin für den Bau des Konzertsaals, ich glaube, dass unsere Region davon profitiert.“ Die Stimmen dagegen meinen, dass kaum Personen aus dem Ort die Konzerte besuchen, und daher sollte auch die Gemeinde keine Baukosten übernehmen. Für das Projekt ist eine Drittelfinanzierung angedacht, wobei 200.000 Euro die Gemeinde, 200.000 Euro das Land NÖ und den Rest die IPG tragen sollen.

Entscheidet sich die Gemeinde doch noch für den Bau, könnte schon im März begonnen werden, hofft Ehrentraud.

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