Chronik
28.03.2018

In Wiens City eröffnet das größte Laufhaus der Stadt

Millionendeal: 62 Prostituierte auf fünf Stockwerken geplant. Polizeiliche Genehmigung steht aber noch aus.

In Wien-Landstraße wird derzeit eifrigst umgebaut, ein Baukran ist im Einsatz. Doch an der Adresse Zollgasse 3 entsteht hier entsteht kein gewöhnliches Wohnhaus, sondern momentan das größte Rotlicht-Etablissement der Stadt. In 35 Zimmern sollen bald reihenweise Männer „verwöhnt“ werden, hofft der Geschäftsführer Peter U.

62 Frauen sind auf der Homepage bereits angekündigt. Das Laufhaus Wien-Mitte ist damit um rund 50 Prozent größer als der bisherige Platzhirsch. Sogar eigene Radiospots für das Rotlicht-Etablissement gibt es.

 

Probleme mit den Anrainern fürchtet U. jedenfalls nicht: „Das ist eine Bürogegend hier.“ Einziges Hindernis könnten noch die polizeiliche Erlaubnis sein. „Derzeit fehlt die Betriebsgenehmigung, falls vorher eröffnet wird, werden wir es schließen“, kündigt Hofrat Wolfgang Langer, Leiter des Prostitutionsreferats im Gespräch mit dem KURIER an. Bis dato sei noch kein Ansuchen erfolgt, normal dauert es danach drei Wochen bis zu zwei Monaten, bis ein Rotlichtlokal tatsächlich eröffnet werden kann. Der ursprünglich erhoffte Starttermin (1. April, also Ostersonntag) kann damit nicht mehr eingehalten werden.

3,5 Millionen Euro investiert

Laut Urkundensammlung des Bezirksgerichts Wien-Innere Stadt kaufte eine 25-jährige Niederösterreicherin am 24. Juli 2017 zwei Drittel des sechsgeschossigen Gebäudes, das restliche Drittel gehört einer Immobilienfirma. Der Kaufpreis betrug laut Grundbuch stolze 3,5 Millionen Euro.

Ihre Familie verwaltet auch ein weiteres Laufhaus in der Juchgasse 11. Hier ist die 25-Jährige sogar Alleineigentümerin. Die Eltern haben ihr diese Immobilie im August 2014 übertragen, sprich quasi geschenkt.

Zugunsten der Eltern wurde aber ein Belastungs- und Veräußerungsverbot als Absicherung eingetragen. Den Betrieb führt ohnehin der Vater, wie er bestätigt: „Uns geht es darum, ein sauberes Etablissement zu führen, ohne ,Beschützer’ oder Chinesinnen, die im Keller eingesperrt werden“, sagt er zum KURIER. Dennoch stehe auf Knopfdruck immer ein Sicherheitsmann zur Verfügung.

Frauen zahlen Miete

Die Frauen müssen dafür laut Homepage zunächst 630 Euro Wochenmiete zahlen, später kann dies erwartungsgemäß laut Insidern auf bis zu rund 1000 Euro angehoben werden. Dafür sind Mindestpreise für die entsprechenden „Dienstleistungen“ vorgegeben, an die sich alle Sex-Arbeiterinnen im Haus halten müssen.