"Wild im Bild": Wie ein Uhu-Paar in einem Seeadler-Horst Junge groß zieht

"Wild im Bild": Wie ein Uhu-Paar in einem Seeadler-Horst Junge groß zieht
Im Livestream von Pannatura kann man ein Uhu-Paar bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. In Österreich leben rund 500 Brutpaare der streng geschützten Eulenart.

In der Natur kommt es oft anders, als Mensch denkt. So zum Beispiel auch im Fall des aktuellen Livestreams von "Wild im Bild" auf den Flächen von Pannatura, der landwirtschaftlichen Sparte der Esterhazy Betriebe.

Dort gibt es nämlich seit Kurzem ein frisch verliebtes Uhu-Paar, das es sich in einem alten Seeadler-Horst gemütlich gemacht hat, wie im Livestream zu sehen ist.

Der Livestream der Nestkamera zeigt ab sofort die Aufzucht der beiden Anfang April geschlüpften Jungtiere unter dem Link pannatura.at/wildimbild – frei zugänglich über alle Geräte. So können Interessierte einzigartige Einblicke in die Tierwelt mitverfolgen, die sonst verborgen bleiben. Unter diesem Link finden sich auch Livestreams von Seeadlern aus den vergangenen Jahren.

Esterhazy, Birdlife, Jagd Österreich und WWF arbeiten zusammen

Heuer werden allerdings seltene Einblicke in das Leben einer Uhu-Familie bei der Jungenaufzucht gewährt – in Zusammenarbeit mit BirdLife Österreich, Jagd Österreich und dem WWF.  Die notwendige Ruhe und Vielfalt ist in der modernen Kulturlandschaft für Tiere allerdings vielerorts nicht mehr gegeben. 

Wildarten sichtbar zu machen und für ihren Erhalt zu arbeiten, ist eine Kernaufgabe der Jagd in Österreich. 

von Jagd Österreich

zur Kooperation mit Pannatura

Deshalb ist es notwendig, das Bewusstsein dafür zu schaffen und gezielte Maßnahmen zur Biotopverbesserung, wie das Anlegen von Biodiversitätsflächen und Windschutzgürteln sowie Altholzinseln im Wald, zu setzen. Der Livestream von Pannatura soll dies als Maßnahme der Bewusstseinsbildung zusätzlich unterstützen.

„Alte Bäume sind auch für den Uhu von großer Bedeutung. Wie alle anderen Eulenarten auch, baut der Uhu kein eigenes Nest, sondern ist auf andere Nestbauer angewiesen. Die großen Seeadler-Horste sind ideal für den imposanten Uhu. Der tonnenschwere Horst braucht aber einen stabilen Altbaum als Grundlage“, betont Christina Nagl von BirdLife Österreich.

  • Mit einer Flügelspannweite von rund 1,7 Metern ist der Uhu (lat. Bubo Bubo) die größte Eulenart Europas. 
  • Gut zu erkennen ist der imposante, nachtaktive Prädator nicht nur an seinem massigen Körper und den charakteristischen Federohren, sondern auch an seinem unverwechselbaren Ruf, dem er auch seinen Namen zu verdanken hat.
  • Trotz seines großen Verbreitungsgebietes in Eurasien und Nordafrika galt der Uhu zum Ende der 1930er-Jahre aufgrund menschlicher Verfolgung in weiten Gebieten Mittel- und Westeuropas als nahezu ausgerottet. 
  • Seit Mitte der 1980er-Jahre hat sich der Bestand aufgrund zahlreicher Schutzmaßnahmen aber wieder vergrößert. 
  • Mittlerweile leben in Österreich wieder zwischen 400 bis 500 Brutpaare dieser streng geschützten Eulenart. 

Viele Gebiete, vor allem im Flachland, sind aber noch nicht wiederbesiedelt, denn auf Störungen ihrer Lebensräume reagieren Uhus höchst sensibel. Ideales Habitat finden sie in abwechslungsreich strukturierten, von Hecken, Gewässern und Feldgehölzen durchzogenen Gebieten und störungsarmen Wäldern.

Was macht Pannatura?

Pannatura engagiert sich seit vielen Jahren gemeinsam mit Kooperationspartnern für den Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt sowie die umsichtige Bewirtschaftung der einzigartigen, rund 44.000 Hektar umfassenden Flächen im Burgenland. 

Die eigenbewirtschafteten Agrarflächen werden bereits seit 2002 biologisch bewirtschaftet und zusätzlich laufend Biotopverbesserungen durchgeführt. Seitdem konnten bereits deutliche Erfolge durch strukturelle Lebensraumverbesserungen, wie insbesondere auch die Anlage von Wasserstellen, erzielt werden. Diese Attraktivierungen des Lebensraums kommen nun auch dem Uhu zugute.

In diesem Wissen wurden zur Unterstützung der Wiederansiedelung während der letzten Jahre von Berufsjägern zahlreiche Nisthilfen angelegt. „Der neuerliche Bruterfolg des Uhus bestätigt den umsichtigen Ansatz in der Bewirtschaftung unserer Flächen und ist Anerkennung für unsere langjährigen Bemühungen zur Biotopverbesserung. Dieses Beispiel zeigt, dass Bewirtschaftung und Nutzung, egal ob durch Land-, Forst- oder Jagdwirtschaft, im Einklang mit der Natur bestens möglich sind“, sagt Matthias Grün, Geschäftsführer von Pannatura. 

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