© REUTERS/Thomas Bohlen

Chronik Burgenland
03/25/2021

Was die Energie Burgenland bis 2025 investiert

45 Prozent für Windkraft-Ausbau, 30 Prozent für Fotovoltaik - insgesamt sind dafür zwei Milliarden Euro vorgesehen.

von Thomas Orovits

Die von den Vorgängern geplanten Investitionen würden nicht ausreichen, hatte Energie-Burgenland-Vorstandschef Stephan Sharma schon kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner angekündigt. Seit Donnerstag weiß man, wie viel Luft nach oben Sharma und sein Vorstandskollege Reinhard Czerny beim Energieversorger sehen.

Das „Programm Burgenland 2025“ sieht bis dahin Investitionen von zwei Milliarden Euro vor, das allermeiste Geld fließt in den Ausbau von Windkraft, Fotovoltaik und der Netzinfrastruktur.

Das hat der Aufsichtsrat des mehrheitlich in Landeseigentum stehenden Konzerns einstimmig abgesegnet. Zum Vergleich: Das Ende des Vorjahres ausgeschiedene frühere Vorstandsduo hatte bis 2025 mindestens 420 Millionen Euro investieren wollen, zusätzlich zum normalen Volumen von jährlich 60 bis 80 Millionen Euro.

Keine Risikogeschäfte

Die zwei Milliarden Euro würden im Burgenland eine Wertschöpfung von 530 Millionen Euro auslösen und 6.400 Arbeitsplätze schaffen, sagten Sharma und Czerny. 45 Prozent der Investitionen sollen in die Windkraft fließen, 30 Prozent in Fotovoltaik und 20 Prozent in den Netzausbau. Gebaut werde im gesamten Burgenland, die Nordlastigkeit aus den Zeiten des Windkraftausbaus ist demnach vorbei.

Viel defensiver als im Jänner blieb der neue Vorstand gestern hingegen bei den Auslandsaktivitäten: Die seien derzeit nicht spruchreif, heißt es nun.

Wie sollen zwei Milliarden Euro aufgebracht werden – das Landesbudget liegt bei 1,3 Milliarden Euro?

Zehn bis 20 Prozent sollen aus dem Eigenkapital kommen, der Rest werde fremdfinanziert, erläuterte Finanzvorstand Czerny. Riskante Finanzierungsformen werde man strikt meiden, wurde versichert. Die Eigenkapitalquote soll bei 45 Prozent halten, der Verschuldungsgrad niedrig und die Schuldentilgungsdauer kurz sein. Man wolle das Unternehmen in jedem Fall liquide und schnell handlungsfähig halten.

Wachsen will die Energie Burgenland bei Erzeugung, Netz, Digitalisierung und Kunden. So soll die Erzeugung erneuerbarer Energie von 900 auf über 3.000 GWh verdreifacht werden und neben der Nummer eins bei Windkraft will das Unternehmen auch bei Fotovoltaik Österreichs Primus werden. Dafür brauche es Dachflächen- sowie Flächenausbau mit Doppelnutzung. Beim Stromnetz ist der Ausbau um 70 km von Oberpullendorf bis Rotenturm und von Rotenturm bis Güssing geplant.

Mit all diesen Maßnahmen solle das Burgenland klimaneutral werden, so Sharma. Derzeit würden im Land zwei Millionen Tonnen emittiert, in fünf Jahren sollen die Emissionen halbiert und die Gewinne verdoppelt werden.

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