Vom Pflegeheim bis zur neuen Fußballarena: Was in Hornstein geplant ist
„Ich denke für Hornstein sehr langfristig, also in Generationen. Was wir heute anstoßen, muss auch in zehn oder zwanzig Jahren noch tragen und halten“, sagt Bürgermeister Christoph Wolf (ÖVP), der die bis dahin rote Industriegemeinde 2017 umgedreht hat und bei der Bürgermeisterdirektwahl 2022 sogar auf fast 61 Prozent der Stimmen zulegen konnte.
Im Herbst 2027 will der Steuerberater, der Ende Juli 40 wird, wieder antreten. Seine „Zukunftsvisionen für die kommenden fünf bis zehn Jahre“ legt der frühere Landtagsabgeordnete schon jetzt auf den Tisch.
Er habe „mehrere große Projekte auf der Agenda, an denen wir schon intensiv arbeiten“, so Wolf im KURIER-Gespräch. Er räumt aber auch ein, dass die Umsetzung nicht von heute auf morgen gelingen werde: Details würden gerade erarbeitet, und die Finanzierung sei bei allen Projekten noch offen, zumal die Kommune meist auch auf Mithilfe vom Land angewiesen sei, wo Rot und Grün regieren.
Ziemlich weit gediehen ist der Ausbau der Kinderkrippe. Das bestehende Gebäude soll aufgestockt und die Kinderkrippe drei zusätzliche Gruppen bekommen. Es gebe „konkrete Pläne“ und Gespräche mit der Wohnbaugenossenschaft EBSG als Eigentümerin des Gebäudes und dem Land. Was noch fehlt, ist die Finanzierung in der Höhe von drei bis vier Millionen Euro.
Gemeinsam mit der OSG soll das Gesundheitszentrum ausgebaut werden. Geplant sind weitere Ärzte, mehrere Pflegewohnungen (für Pflegestufe 1-4) und eine Senioren-Tagesbetreuung. „Langfristig“, wiederholt der Bürgermeister der 3.300 Einwohner-Gemeinde eine bekannte Forderung, „brauchen wir auch ein Pflegeheim“. Dass das kaum ohne Unterstützung durchs Land machbar ist, weiß Wolf, der zuletzt immer wieder die Abzüge der Ertragsanteile durchs Land angeprangert hat.
Neuer Platz für Fußball
Auf dem Weg zur Gesundung befindet sich auch der örtliche Fußballverein ASV Hornstein, der in der abgelaufenen Saison mit dem Vizemeistertitel in der 2. Liga Nord einen schönen Erfolg erzielen konnte. Und die nähere Zukunft scheint rosig, werden doch im Nachwuchs mehr als 100 Kinder und Jugendliche trainiert.
Weil sich der Fußballplatz aber in einem Wohngebiet mit Einfamilienhäusern befindet, soll in der Nähe der Autobahn A3 ein neuer Standort gefunden werden. Zwei Grundstücke werden derzeit auf ihre Tauglichkeit geprüft. Erste Kostenschätzungen für die neue Sportstätte liegen bei zwei bis drei Millionen Euro. Bei der Nachnutzung des aktuellen Platzes gibt der Bebauungsplan den Rahmen vor, möglich wären allenfalls Doppelhäuser, kein verdichteter Wohnbau.
In der Pipeline ist zudem eine neue Abfallsammelstelle samt Bauhof. Dabei steht ein Verkauf des aktuellen Areals im Raum, der neue Standort soll nur einen Steinwurf entfernt sein. Und Hornstein will möglichst energieautark werden, durch mehr Photovoltaik mit Stromspeichern für kommunale Bauten und Wärmepumpen statt Gas auch in Altbauten. Durch Energiegemeinschaften soll sich die Bevölkerung Geld sparen. „Dieses Konzept ist in der Umsetzung“, sagt Wolf.
Kommentare