Pkw-Neuzulassungen steigen, bleiben aber unter Wert vor Covid
„Wieder ein Autohaus weniger“, denkt man sich angesichts des leeren Ausstellungsareals in der Eisenstädter Rusterstraße. Mitnichten, widerspricht Birgit Ivancsich-Koinegg vom Autohaus Koinegg: „Unser Autohaus besteht seit 1976 und seitdem haben wir unser Geschäft noch nie geschlossen.“ Mehr kann sie zum aktuellen Umfang des Geschäfts nicht sagen, weil eine Kundschaft bei ihr ist.
Trügt also der bloße Schein und geht„s dem burgenländischen Kfz-Handel gar nicht so schlecht? Einer, der es wissen muss, ist Michael Nemeth, seit gut einem Jahr Spartenobmann für den Kfz-Handel und Chef des gleichnamigen Autohauses in der Landeshauptstadt, das 1948 von Nemeths Großeltern gegründet wurde. Er zeichnet ein differenziertes Bild der Lage.
Minus und Plus
Zwar sinke die Zahl der klassischen Vertragshändler, die haben dafür aber oft mehrere Autohäuser und mehrere Marken unter einem Dach. “Klassische Einmarkenbetriebe werden seltener„, räumt Nemeth ein. Das habe auch damit zu tun, dass Hersteller Netze reduzieren und auf größere Partner setzen.
Dennoch sei die Anzahl der Fahrzeughändler im Burgenland in den letzten beiden Jahren sogar um 21 Mitglieder auf 638 gestiegen. Allerdings: Dazu zählen auch alle Reifen- und Ersatzteilhändler.
Spitzen in weiter Ferne
Lässt sich zumindest bei den verkauften Wagen ein eindeutiger Trend feststellen? Nicht unbedingt. “Die Neuzulassungen schwanken aktuell stark, bewegen sich aber weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie und liegen deutlich unter früheren Spitzenwerten„, betont der Spartenobmann. Von 2024 auf 2025 sind die Neuzulassungen im Burgenland aber immerhin um 16,6 Prozent von 7.322 Stück auf 8.534 Stück gestiegen. Es geht aufwärts, aber nicht ganz nach oben. Denn vor der Pandemie waren es noch 9.500 Kfz.
Licht und Schatten begleiten auch die Entwicklung der E-Mobilität. Im Burgenland werden mehr E-Fahrzeuge zugelassen als im Österreich-Schnitt und auch bei Gebrauchtwagen wird der Elektroantrieb attraktiver.
Steigende Nachfrage gebe es vor allem bei Firmenkunden, Privatkunden seien ob Preis, Reichweite und (mangelnder) Ladeinfrastruktur zurückhaltender. Unterm Strich dominieren Verbrenner aber immer “noch klar„, weiß Nemeth.
Das größte Problem sieht der Interessensvertreter des Autohandels aber in den “aktuellen Gesetzesvorhaben, die Elektromobilität auch für betrieblich genutzte Fahrzeuge unattraktiv machen, wie etwa die geplanten Sachbezüge auf Firmen-Pkw.„ Diese Vorhaben der Politik würden letztlich “den gesamten Mobilitätswandel gefährden„, befürchtet Michael Nemeth.
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