Wie Doskozil die Opposition düpiert

Der rote Landeshauptmann setzt nach Belieben die Themen - Blau und Türkis sind schmähstad.
Thomas Orovits
SONDERSITZUNG DES BURGENLÄNDISCHEN LANDTAGS: LH DOSKOZIL (SPÖ)

Dass es aufklärungsbedürftig ist, wie ein privates Pflegeheim, das im Wesentlichen über Tagsätze des Landes finanziert wird, einen Jahresgewinn weit jenseits von 100.000 Euro erwirtschaften kann, steht außer Streit. Schließlich geht es um Steuergeld.

Darum soll es hier aber nicht gehen. Die Causa war ohnehin schon mehrmals Thema.

Wie das Land diese Aufklärung inszeniert und orchestriert, gewährt auch Einblick in den Werkzeugkoffer des Strategen Hans Peter Doskozil.

Der rote Landeshauptmann selbst war es, der das Rudersdorfer Pflegeheim der Ex-FPÖ-Nationalratsabgeordneten Petra Wagner aufs Tapet brachte. In der Fragestunde im Landtag, einer Bühne für die Opposition, um den Regierungschef zur Rede zu stellen, drehte Doskozil den Spieß kurzerhand um. Nicht zum ersten Mal. Und wie meist erwischte er FPÖ und ÖVP auch dieses Mal auf dem falschen Fuß.

Opposition schmähstad

Auf Doskozils von der Regierungsbank aus vorgebrachte Vorwürfe, Wagner habe sich nicht nur als Geschäftsführerin „eine Gage von rund 190.000 Euro ausbezahlt“, sondern auch noch ihr Pflegeheim um zwei Millionen Euro an eine Gesellschaft verkauft, bei der sie selbst Eigentümerin sei, reagierte die vereinigte Opposition schmähstad.

Was sollten die Blauen, Vertreter des kleinen Mannes, auch entgegnen? Warum sollte die ÖVP für Wagner eintreten?

Doskozil hatte wieder einmal erfolgreich ein Thema gesetzt. Wird in den kommenden Wochen über Pflege gesprochen, dann mehr über ein privates Heim als über die vielen offenen Fragen rund um die Pflegestützpunkte des Landes.

Um den Kleinkram muss sich Landesrat Leonhard Schneemann kümmern. Dazu gehört auch die Prüfung in Rudersdorf, die erst jetzt – nach den Vorwürfen – stattfinden soll. Das Ergebnis wird man irgendwann erfahren. Dann hat Doskozil schon längst ein neues Thema aufs Tapet gebracht.

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