Wie es bei ÖVP-Mandatar Fazekas nun weitergeht

Seinen Job in der Bundespartei schmiss er nach einem halben Jahr wieder hin. Zumindest bis 2030 bleibt Fazekas im Landtag.
Thomas Orovits
Ein Mann mit Brille und Anzug spricht in Mikrofone vor unscharfem Hintergrund.

In der Landtagssitzung am vergangenen Donnerstag war Patrik Fazekas wieder ganz der Alte. „Sie haben die Unwahrheit gesagt“, schmetterte der ÖVP-Mandatar dem roten Landeshauptmann entgegen.

So kannte man den Mittelburgenländer jahrelang: angriffslustig, unerschrocken – und aufstrebend.

Bis zur Zäsur im Jänner 2025.

Erstmals landet die ÖVP (22 Prozent) bei einer Landtagswahl hinter SPÖ und FPÖ nur noch auf Platz drei. Als die Roten die Grünen zum Koalitionspartner machen und der ÖVP einmal mehr den Sessel vor die Tür stellen, sind die Tage von Parteichef Christian Sagartz gezählt. Und sein loyaler Landesgeschäftsführer Fazekas verlässt mit ihm die Kommandobrücke der ÖVP.

Von der ersten in die letzte Reihe

Fazekas wandert nicht nur im Landtagssitzungssaal von der ersten in die letzte Reihe, auch sonst wird es ruhig um den einstigen JVP-Chef. Bis er im vergangenen September neben seinem Landtagsmandat die Abteilung Kampagnen und Organisation in der Bundespartei übernimmt und zum obersten Wahlkampfmanager der ÖVP avanciert. Vor gut zehn Tagen hat der 36-jährige Neutaler dieses Kapitel aber wieder beendet – auf eigenen Wunsch, betonte er.

Warum er den Job in der Bundespartei nach einem halben Jahr wieder hingeschmissen hat, beantwortet Fazekas mit einigem Abstand im KURIER-Gespräch verklausuliert: Diese berufliche Erfahrung sei für ihn wichtig, „weil sie mir sehr klar gezeigt hat, welche Rahmenbedingungen ich brauche, um effektiv arbeiten zu können – und was für mich weniger gut passt“.

Das Intermezzo in Wien hat ihm auch gezeigt, dass „selbstständiges Tun“ erfüllender ist, als im Büro zu sitzen. Deshalb will Fazekas, der an der FH Wirtschaftsberatung studiert hat, in der strategischen Beratung Fuß fassen. Er möchte Organisationen und Unternehmen auch außerhalb des Burgenlandes dabei unterstützen, „Veränderungsprozesse strukturiert und nachhaltig umzusetzen“. Zum Lobbyismus will er sich „klar abgrenzen“, die Vertretung spezifischer Interessen gegenüber der Politik stehe nicht auf seiner Agenda.

Zumindest bis 2030 bleibt der Neutaler, seit 2015 Mandatar, im Landtag: „Ich bin mit sehr viel Leidenschaft dabei“. Was danach ist, lässt Fazekas offen. „Das lasse ich auf mich zukommen“.

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