Generaldirektor verlässt Diözese Eisenstadt vorzeitig
Als Johannes Stipsits im Herbst 2022 die neue Stelle als wirtschaftlicher Generaldirektor der Diözese Eisenstadt antrat, wollte er „alles hinterfragen“.
Mittlerweile wird auch Stipsits hinterfragt, jedenfalls verlässt der 57-jährige Stinatzer die Diözese vorzeitig. Eine offizielle Begründung gibt es nicht, keine Seite will sich äußern.
Stipsits hinterlasse „sehr viel verbrannte Erde“ und habe das Vertrauen von Bischof Ägidius Zsifkovics (der ihn einst geholt hat) verloren, sagt ein Kenner der Diözese zum KURIER.
Worauf sich das beziehen könnte? Angesichts von Energiekrise und Teuerung, steigenden Ausgaben und sinkenden Einnahmen „müssen wir viele Strukturen neu aufsetzen“, umriss Stipsits 2023 die Lage in einem KURIER-Interview. In seinem ersten Kirchenbudget sparte Stipsits, der zuvor beim Finanzamt, der EU und der europäischen Organisation der Steuerverwaltung war, 20 Prozent ein.
Mit diesem Einstand macht man sich kaum Freunde.
Dazu kamen wütende Proteste von Bauern, die gegen die Neuvergabe kirchlicher Pachtgründe mit Traktoren vor dem Bischofshof auffuhren und die erklärungsbedürftige Ersteigerung eines Weinguts in Deutsch-Schützen.
Immerhin: Laut dem jüngsten verfügbaren Rechenschaftsbericht nimmt die Diözese inzwischen wieder mehr ein, als sie ausgibt. Allerdings ist auch der prozentuelle Anteil der Ausgaben für Leitungs- und Organisationsaufgaben weitaus höher als in allen anderen Diözesen (mit Ausnahme der Militärdiözese).
In der Diözese rückt wohl Stipsits’ Vize Mario Klikovits auf den Chefposten nach – vielleicht ohne den pompösen Titel Generaldirektor. Stipsits könnte in die Landesholding wechseln, wo Chefs für die Holding und deren Tochter, die Wirtschaftsagentur, gesucht werden. „Gerüchte kommentieren wir nicht“, heißt es von der Holding.
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