Österreichs sportliches Sommer-Highlight findet in Eisenstadt statt
Dass Österreichs bestbesetzte Sommersportveranstaltung des Jahres im Burgenland stattfindet, ist einem Mann zu verdanken, der schon als Kind hoch hinaus wollte. Einer der vielen Berufswünsche von Rolf Meixner war Astronaut. Geworden ist der mittlerweile 56-Jährige HTL-Lehrer, Leichtathletik-Präsident – und Meeting-Direktor des Austrian Open in Eisenstadt, das heute zum bereits siebenten Mal in der Leichtathletikarena der Landeshauptstadt Station macht.
Aber wie machen es Meixner und sein eingeschworenes Team, zu dem auch Celine Ivanschitz und Daniel Hutterer gehören, dass Olympiasieger und Weltrekordhalter sich mittlerweile darum reißen, in der 16.000-Einwohner-Stadt antreten zu können?
Superschnell und familiär
Begonnen habe der „Hype“ vor zwei Jahren mit Yohan Blake, erinnert sich Meixner. Der Jamaikaner, mit 9,69 Sekunden der zweitschnellste Sprinter über 100 Meter, schwärmte nach seinem Auftritt in Eisenstadt von der „fastest track“. Diese Einschätzung aus berufenem Mund machte die Runde und markierte Eisenstadt auf der internationalen Leichtathletikkarte.
Tatsächlich ist die blaue Laufbahn „superschnell“, wie auch Hürdensprinterin Ricarda Lobe anerkennend meint. Die deutsche EM-Finalistin verbindet mit Eisenstadt nicht nur ihre persönliche Bestleistung, sondern auch ein besonderes Flair. „Da herrscht kein Riesen-Tohuwabohu, sondern man fühlt sich hier heimisch“, sagt die 32-jährige Athletin.
Weil das Meeting in Eisenstadt mit einem Budget von maximal 250.000 Euro mit anderen Standorten der „World Athletics Continental Tour Silber“ wie Berlin (eine Million Euro) nicht mithalten kann, inszeniert Meixner die Sportveranstaltung wie ein Theaterstück in mehreren Akten. „Ich versuche, den Athleten eine Rolle zu geben, in der sie sich wohlfühlen.“
Die Hauptrollen sind heuer mit Lamont Marcell Jacobs aus Italien, dem Südafrikaner Wayde van Niekerk und Ernest Obiena von den Philippinen besetzt. Die Olympiasieger Jacobs, Niekerk und Brandon Rodney (Kanada) werden im 100-Meter-Lauf aufeinandertreffen, Stabhochspringer Obiena gehört zum exklusiven Klub der Athleten, die es über die Sechs-Meter-Marke geschafft haben. Diese Top-Leute nach Eisenstadt zu lotsen, gelingt nur dank Sponsoren, in diesem Fall unterstützt der Eisenstädter Unternehmer Franz Rumpolt.
Meilen-Rekord
Wobei Jacobs Ende April über einen österreichischen Mittelsmann selbst bei Meixner sein Interesse an Eisenstadt deponiert hat, einige Wochen später war man handelseins. Gefesselt ist das Publikum – mit 1.251 Besuchern ist die Arena wieder ausverkauft – nicht nur von den Weltstars, sondern auch durch den dramaturgisch geschickten Ablauf des Meetings. Obwohl es eine Fülle an Bewerben gibt, stehen fünf im Zentrum der Aufmerksamkeit: Neben 100 und 200 Meter die 100 Meter Hürden, Stabhochsprung und ein Novum: Der Weltrekord im Gehen über eine Meile soll am Mittwochabend gebrochen werden. Die ukrainische Medaillengewinnerin Lyudmila Olyanovska, US-Meisterin Laurin Harris und Österreichs Rekordhalterin Theresia Emma Mohr aus Vorarlberg versuchen, die seit 1990 gültige Bestmarke von 6,16 Minuten zu unterbieten.
Die Hitze ist für die Athleten übrigens kein allzu großes Handicap. Bestzeiten und Höchstleistungen werden oft bei hohen Temperaturen erreicht, weiß Meixner. Im Vorjahr lief Bryan Levell die 100 Meter in 9,82 Sekunden.
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