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Chronik Burgenland
09/16/2021

Nach turbulentem Jahr beginnt die Weinlese

Gerechnet wird mit weniger Erntemenge sowie mit einer positiven Auswirkung auf stabile Traubenpreise.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Es ist die 32. Weinernte, die für Gerald Wieder am Donnerstag im mittelburgenländischen Neckenmarkt begonnen hat. „Und es ist die turbulenteste bisher“, sagt der Weinbauvereins-Obmann und Betriebsleiter und Kellermeister des Winzerkellers Neckenmarkt.

Ein kaltes Frühjahr, Frostschäden, Kälte im Mai, die die Entwicklung der Reben verzögert haben, dann ein „sehr schöner Sommer, bis der Hagel im August einen großen Teil der Ernte vernichtet hat und jetzt ein super Spätherbst“: Es war eine Berg- und Talfahrt für die Weinbauern.

Die Herausforderungen waren heuer groß, sagt Wieder, der den „Klimawandel längst im Weingarten spürt“. Er rechnet heuer mit rund 40 Prozent Einbußen in den Weingärten. Dafür sei man mit der Qualität „sehr zufrieden“. Die ersten gelesenen Weißwein-Trauben haben eine „schöne Säure und eine gute Zuckergradation“.

Kommende Woche soll die Ernte der Zweigelttrauben starten, ab 6. Oktober – so der Plan – sollen dann etwa Blaufränkisch- und Cabernettrauben gelesen werden.

Vertreter der Weinwirtschaft mit Landwirtschaftskammerpräsident Nikolaus Berlakovich, Österreichs Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager und dem Burgenländischen Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld haben sich im Rahmen der Weinlesereise durch die Bezirke Mattersburg und Oberpullendorf in den Betrieben ein Bild gemacht.

Die Ernte, die großteils ab dem 20. September über die Bühne gehen wird, starte unter „idealen Bedingungen“, sind die Experten einig. Auch wenn die erwartete Menge unter der vom Vorjahr liege, dürfte sich das „grundsätzlich positiv auf stabile Traubenpreise auswirken“.

"Hoffen auf starken Aufwärtstrend"

„Auch die Winzer waren von Absatzeinbußen durch die Pandemie stark betroffen. Durch den hervorragenden heurigen Jahrgang erhoffen wir einen kräftigen Impuls und einen starken Aufwärtstrend am Weinsektor“, erklärte Berlakovich.

Die Ernte starte im Vergleich zum Vorjahr heuer etwas später und entspreche dem österreichweiten Trend, sagt Liegenfeld. In der trockenen Witterung sieht er optimale Bedingungen für qualitativ hochwertige und gut ausgereifte Trauben mit entsprechend ausbalanciertem Säuregehalt. Das, so Liegenfeld, werde sich „in fruchtigen und harmonischen Weinen des Jahrgangs 2021 widerspiegeln.“

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