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Chronik Burgenland
08/17/2021

Mattersburger Bank-Skandal kostete Feuerwehr 328.000 Euro

Ermittlungen gegen Ex-Kommandant, der die Brandwache bei den Fußballspielen zu günstig verrechnet haben soll.

von Kid Möchel, Thomas Orovits

„Meine Herren, seid mir nicht böse, aber ich kann diese Streitigkeiten nicht verstehen“, schrieb Martin Pucher, Boss des SV Mattersburg und der Commerzialbank, am 28. Oktober 2019 an den früheren Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Mattersburg.

Die „Streitigkeiten“ waren handfest, der Ex-Kommandant sah sich mit dem Vorwurf seiner Kameraden konfrontiert, unter seiner Ägide habe die Feuerwehr für die behördlich vorgeschriebene Brandwache bei SVM-Heimspielen viel zu wenig verrechnet.

Laut Feuerwehr-Tarifordnung der Landesregierung wären pro Spiel rund 1.400 Euro fällig gewesen, bezahlt wurden aber nur 350 Euro. Der Wehr soll so von 2002 bis 2019 ein Schaden von 328.064,15 Euro entstanden sein.

Bank-Pleite: Was steht im Zwischenbericht

Diese Summe findet sich in einem Zwischenbericht der Soko Commerz, die im Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) den Verästelungen der Commerzialbank-Pleite nachspürt.

Derweil wurden weitere Details zu den vermeintlich wertvollen Patenten bekannt, die im Besitz der Bank waren.

Zurück zum aktuellen Fall: Der Ex-Feuerwehrkommandant, der auch SVM-Vizepräsident war und die SVM-Gastro mit Waren beliefert hat, wird als Beschuldigter geführt; es gilt die Unschuldsvermutung.

Innerhalb der Feuerwehr und der Stadtgemeinde war die billige Brandwache schon seit dem Kommandowechsel im Frühjahr 2019 bekannt und immer wieder Thema, einer breiteren Öffentlichkeit wird sie erst jetzt im Zuge der WKStA-Ermittlungen zugänglich. Der neue Kommandant der Feuerwehr hatte Ungereimtheiten festgestellt und seinen Vorgänger mehrmals zur Stellungnahme aufgefordert.

Treffen sieben Wochen vor dem Crash

Erst im Mai 2020 – sieben Wochen vor dem jähen Ende der Bank – kam es zu einem Treffen, an dem auch Pucher und der Ex-Kommandant teilnahmen. Pucher habe schließlich zugestimmt, rückwirkend ab Herbst 2019 den vollen Brandwache-Tarif zu zahlen. Allerdings müsse die Verrechnung über die Bank erfolgen.

Der Crash der Bank kam aber schneller als die Begleichung der offenen 18.000 Euro. Die Feuerwehr Mattersburg hat den Betrag im laufenden SVM-Konkursverfahren angemeldet. Der Ex-Kommandant hat sich indes ans Landesverwaltungsgericht gewandt und bekämpft seinen Rauswurf durch die Feuerwehr.

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