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Chronik Burgenland
10/28/2021

Neusiedler See: Forscher hören ab nun im Schilfgürtel mit

70 Stationen zeichnen die Tierwelt für Forscher akustisch auf und sollen neue Erkenntnisse für im Nationalpark bringen.

von Roland Pittner

Der Neusiedler See ist für seine große Artenvielfalt bekannt und seit 1993 als Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel geschützt. Seit Jahrzehnten untersuchen Wissenschafter die unterschiedlichsten Aspekte des Steppensees und seiner Bewohner. Mit einem „Tech4All“-Projekt zwischen der Universität Wien, dem Nationalpark und dem Technologiekonzern Huawei soll die Biodiversität im Schilfgürtel mithilfe modernster Technik untersucht werden.

24 Stunden Überwachung

„Wir bekommen das technische Equipment von Huawei zur Verfügung gestellt und haben die ersten Mikrofone, die uns Daten liefern, schon aufgestellt“, erklärt Nationalpark-Direktor Johannes Ehrenfeldner. Mehr als 70 Stationen sollen im Endausbau 24 Stunden täglich und sieben Tage pro Woche Tonaufnahmen aus dem Schilfgürtel liefern.

Einige Stationen speichern die Aufnahmen lokal für eine Auswertung, andere sind ins „Nature Guardian“ System eingebunden. Diese können ihre Daten aus der Ferne und in Echtzeit über das Mobilfunk-Netz übertragen. „Das ist der größte Vorteil. Es erspart den Wissenschaftern viel Zeit, und die Auswirkungen auf die Tiere werden minimiert. Außerdem ist es für die Forscher in diesem speziellen Gebiet sehr schwierig, Zugang zu Daten zu erhalten“, erklärt Willi Song, Chairman von Huawei Technologies für Tschechien, Österreich und die Slowakei.

Mit den Erkenntnissen sollen Effekte von schwankenden Wasserständen des Sees auf die Brutvogelarten, sowie die Bedeutung des Schilfgürtels für die Tierwelt im Jahresverlauf erforscht werden. Außerdem gehen die Forscher der Frage nach, wie sich unterschiedliche Witterungsbedingungen auf die Gesangsaktivität der Vögel auswirken.

„Durch die veränderte hydrologische Dynamik des Sees sind nicht nur Auswirkungen auf den Zustand des Schilfgürtels, sondern auch auf seine Artenvielfalt zu erwarten“, erklärt Christian H. Schulze vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung an der Universität Wien. Zwei Jahre lang wird über das System im Schilfgürtel geforscht. „Die ersten aussagekräftigen Daten erwarten wir im Frühjahr, wenn der Vogelzug wieder voll einsetzt“, sagt Ehrenfeldner. Ohne die technischen Hilfsmittel wäre so ein Monitoring undenkbar.

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