Wer ins Landessportzentrum Mattersburg einzieht und wer nicht
Ein Landessportzentrum neben der Fußballakademie Mattersburg ist schon lange Thema. Kurz nachdem Anton Beretzki im Spätsommer 2021 zum Geschäftsführer der neuen Sport Burgenland GmbH bestellt wurde, sagte er dem KURIER, die Landesimmobiliengesellschaft prüfe derzeit „die Machbarkeit“. Vor wenigen Tagen haben Sportlandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) und Beretzki „erste Details“ zum Landessportzentrum präsentiert.
„Größe“ des Projekts und „sportliche Vielfalt“ eines solchen Sportzentrums bräuchten „Zeit für die Planung“, begründete Dorner die lange Vorlaufzeit. Das auf Basis der Machbarkeitsstudie erstellte Vorhaben sei nun aber „von der Landesregierung abgesegnet“. Was das Sportzentrum kostet und wie es finanziert wird, blieb offen.
Im ersten Halbjahr 2027 ist die Einreichplanung vorgesehen, Anfang 2028 die Ausschreibung. Baubeginn ist im vierten Quartal 2028, im Frühjahr 2031 soll das Landessportzentrum fertig sein. Beinhalten wird das Zentrum einen multifunktionalen Hallenkomplex für diverse Sportarten, Räumlichkeiten für Krafttraining und Diagnostik sowie ein Hotel für die Unterbringung der Sportlerinnen und Sportler.
Vom aktuellen Landessportzentrum VIVA-Steinbrunn sollen die Bundesleistungszentren für Ringen und Volleyball nach Mattersburg übersiedeln. Für die Nachnutzung des landeseigenen VIVA werde „aktuell ein Konzept erarbeitet“, hieß es.
Wer einzieht, wer nicht
Das Land möchte, dass auch Dach- und Fachverbände ins Landessportzentrum ziehen. Zusagen gebe es vom ASKÖ und den Naturfreunden – beides SPÖ-nahe Organisationen. Gespräche mit dem Burgenländischen Fußballverband (BFV) würden „sehr gut“ verlaufen. Das BFV-Gelände am Eisenstädter Hotterweg liegt inmitten schmucker Einfamilien- und Reihenhäuser, ließe sich also vermutlich gut verwerten.
Abgewunken haben die beiden anderen großen Dachverbände, der ASVÖ und die ÖVP-nahe Sportunion. „Wir wollen nicht vom Eigentümer zum Mieter werden“, sagt ASVÖ-Landessekretärin Eva-Maria Schimak mit Hinweis darauf, dass der mit 540 Mitgliedsvereinen größte Dachverband Eigentümer der Landeszentrale in der Landeshauptstadt ist.
Gleichlautend argumentiert Karin Ofner, Präsidentin der Sportunion mit 210 Vereinen. Ein Landessportzentrum sei schön und gut, meint Ofner, aber es mangle generell an Sportinfrastruktur. In jedem Bezirk bräuchte es eine Dreifachhalle und ein Schwimmbad, das von den Kommunen des Bezirks finanziert werden sollte.
Auch die ASKÖ ist Eigentümerin der Landesgeschäftsstelle in der Eisenstädter Ruster Straße, diese sei aber „längst zu klein“, erklärt Landesgeschäftsführer Andreas Ponic. Die ASKÖ mit knapp 260 Vereinen könnte schon vor Fertigstellung des Landessportzentrums nach Mattersburg übersiedeln – in die Fußballakademie, wo es nicht genutzte Räume gebe. Die ASKÖ-Zentrale nahe dem Schloss Esterházy wird „verkauft oder vermietet“.
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