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Chronik Burgenland
03/22/2021

Jetzt explodieren die Immobilienpreise

Weniger Transaktionen, aber starker Umsatzanstieg in Zeiten der Pandemie im Burgenland.

von Michael Pekovics

Die Experten von Remax haben den Immobilienmarkt 2020 analysiert. Ein „ungewöhnliches Jahr“ attestierte Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer dem Burgenland. Denn obwohl die Anzahl der Verbücherungen, also die im öffentlichen Grundbuch lückenlos erfassten Kaufverträge, zurückgegangen ist, wurde mit 668 Millionen Euro ein neuer Umsatzrekord erzielt. Plus 7,8 Prozent gegenüber 2019 bedeuten sogar die viertstärkste Steigerungsrate unter den Bundesländern.

„Der typische Immobilienpreis ist im Burgenland – zumindest statistisch gesehen – um 20 Prozent gestiegen“, erklärt Reikersdorfer. „Der Anstieg ist überall zu beobachten, am deutlichsten aber in Neusiedl und Oberwart.“ Tatsächlich hat sich der Umsatz im Norden des Landes im Jahresvergleich auf 217 Millionen Euro erhöht (plus 32,5 Prozent), Oberwart liegt mit 76 Millionen (plus 13,6 Prozent) bereits auf dem vierten Platz im Bezirksvergleich. Und das, obwohl insgesamt weniger Objekte verkauft wurden als noch 2019.

Geschichtsträchtig

Nur im Bezirk Güssing gab es im Vorjahr mehr Transaktionen (1.010, plus 6,7 Prozent). Negativer Ausreißer ist hingegen der Bezirk Jennersdorf, der mit 392 Verkäufen (minus 17,5 Prozent) auf das Niveau von 2012 gerutscht ist.

Insgesamt wird der burgenländische Immobilienmarkt aber zunehmend interessanter, 2020 war trotz Pandemie das zweitbeste Jahr in der Geschichte. Aber vielleicht auch gerade deshalb, schließlich steigt die Sehnsucht nach Wohnen am Land, davon profitiert mittlerweile auch der idyllische Süden, wo für ein altes Kellerstöckl schon mal gut und gerne 100.000 Euro hingelegt werden. Dazu kommt der sich immer weiter ausbreitende Wiener „Speckgürtel“. Neben Neusiedl am See und Eisenstadt rücken auch die Bezirke Mattersburg und Oberpullendorf immer stärker in den Fokus der stadtflüchtenden Bevölkerung.

Das belegen auch Zahlen von Remax, das Maklernetzwerk erreichte im Vorjahr im Burgenland das größte Plus beim Umsatz (38,7 Prozent). Gefragt sind vor allem Baugrundstücke, gefolgt von Wohnobjekten in Einzellagen, Einfamilien- und Wochenendhäusern. Die Steigerung bei der Nachfrage nach Grundstücken soll heuer laut Remax-Prognose bei einem Plus von 6,6 Prozent liegen.

Explodierende Preise

Die teuersten Immobilien
19,8 Millionen Euro wurden 2019 für ein Objekt in Neusiedl am See gezahlt, dahinter folgt ein 14 Millionen Euro teurer Gebäudekomplex in Eisenstadt und ein Pflegezentrum im Bezirk Güssing um 6,2 Millionen Euro

Bezirkssieger
2020  hatte nur der Bezirk Güssing ein Plus bei den Verbücherungen (plus 6,7 Prozent)

Noch deutlicher werden die steigenden Immobilienpreise bei einem Fünf-Jahres-Vergleich. Da hat das Burgenland in Summe den dritthöchsten prozentuellen Wertzuwachs der Immobilienverkäufe aller Bundesländer erreicht (plus 63,6 Prozent) – und das trotz der vergleichsweise geringen Anzahl von Verkäufen. Die Bandbreite reicht von plus 34,8 Prozent in Eisenstadt-Umgebung über plus 74,3 Prozent in Mattersburg bis hin zu einer beinahe Verdoppelung in Neusiedl am See.

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