© iPadschule

Chronik Burgenland
11/03/2020

Jennersdorf: In dieser Schule war der Lockdown kein Problem

In der Mittelschule hat jedes Kind ein iPad. Der Weg zur Digitialisierung war nicht einfach, aber hat sich gelohnt. Nicht nur wegen Corona.

von Michael Pekovics

„Eigentlich unglaublich, wie einfach das alles im Frühjahr war.“ Hannes Thomas, Direktor der iMS Jennersdorf, hat aus pädagogischer Sicht großteils gute Erinnerungen an den ersten Lockdown.

Damals zeigte seine Schule mustergültig vor, wie Homeschooling und Distanz Learning in Corona-Zeiten funktionieren kann – wenn jedes Mittelschulkind über ein eigenes iPad verfügt.

Das Schulzentrum in der südöstlichsten Ecke des Burgenlandes ist mit dieser Ausstattung vermutlich einer der fortschrittlichsten Bildungsstandorte Österreichs.

Bezirk Jennersdorf
Im südöstlichsten Bezirks Österreichs gibt es 1.293 Schulkinder. 556 besuchen diverse Volksschulen, die Mehrheit das Schulzentrum Jennersdorf

BORG & iNOVA Jennersdorf
Das Gymnasium und die Handelsschule mit Peter Pommer als Direktor werden von 228 Schülern besucht. Die iNOVA wurde 1980 als eine der ersten Schulen Österreichs mit Computern ausgestattet

iMS Jennersdorf & Poly
Am selben Areal besuchen 39 Schüler  polytechnische Lehrgänge, dazu gibt es rund 360 Mittelschüler, für die Hannes Thomas seit 17 Jahren als Direktor zuständig ist

Am Anfang im Jahr 2010 standen persönliche Kontakte zu Programmierern von Apple, schnell war die erste iPad-Klasse Österreichs mit 27 Geräten ausgestattet, heute ist es die gesamte Schule. „Damals hat ein kleines Grüppchen angefangen, sich mit digitalem Lernen zu beschäftigen, jetzt stehen alle Lehrkräfte dahinter“, erinnert sich Schulleiter Thomas. „Bei meinem Amtsantritt vor 17 Jahren wurde ich noch als Spinner belächelt.“

Schüler wissen oft mehr: "Trendwende für Lehrer"

Heute sind alle Beteiligten durchwegs von der Sinnhaftigkeit überzeugt – nicht nur wegen Corona. In jeder Klasse steht ein Beamer zur Verfügung, Lehrer wie Schüler sind kabellos verbunden und nutzen moderne Unterrichtsmaterialien. Mit diesen Voraussetzungen war der Übergang ins Homeschooling einfach. „Wir haben in dieser Zeit 98 Prozent der Schüler erreicht und fast genau nach Stundenplan unterrichtet“, sagt Thomas.

Freilich, ohne Unterstützung der Gemeinde als Schulerhalter wäre das alles nicht möglich, betont der Direktor. Lizenzen, WLAN, externe Fachmänner für Server und vieles mehr kosten Geld. Dafür ist der pädagogische Output höher, ist Thomas überzeugt: „Multimedialität bringt so große Vorteile. Die Lernmotivation der Kinder ist viel höher, auch die Verwaltung für die Schule und die Kommunikation mit den Eltern ist einfacher.“

Und manchmal wissen die Schüler sogar mehr als ihre Lehrkräfte. In Jennersdorf ist das kein Problem, sondern selbstverständlich. „Eine Trendwende für Lehrer“, sagt Thomas. „Wir lernen ständig von unseren Schülern. Wenn ich ein Problem mit meinem iPad habe, frage ich in der 4. Klasse – die Lösung kommt meistens sofort.“

Sogar die ältere Generation profitiert von ihren fortschrittlichen Enkelkindern. „Die Schüler erklären ihren Omas und Opas, wie das so mit dem Internet funktioniert. Einige sind fast vom Sessel gefallen, als ihnen auf Google Maps der Holzhaufen vor dem Haus gezeigt wurde“, sagt Thoma schmunzelnd. Und zeigt damit, wie einfach Digitalisierung in der Praxis funktioniert.

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