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Vergifteter Baby-Brei: Verdächtiger verlor bei Hipp in OÖ den Job

Dem 39-Jährigen droht eine Anklage wegen versuchten Mordes. Er soll aus Rache gegen den früheren Arbeitgeber gehandelt haben.
Eine Hand hält ein Glas Babynahrung mit der Aufschrift „Karotten mit Kartoffeln“ von HiPP.

Wo ist das sechste vergiftete Hipp-Glas? Eine Frage, zu der der 39-jährige Tatverdächtige bis Sonntag noch eisern schwieg. Die Ermittler sind sich sicher, dass sie nach tagelanger Observation am Samstag in Salzburg den richtigen Mann festgenommen haben.

Datenforensiker konnten aus der anonymen Erpresser-E-Mail, die an den Babynahrungshersteller in Bayern gegangen war, eine Spur zu dem nicht gebürtigen Österreicher in Salzburg herstellen. Das Landeskriminalamt Burgenland führt zusammen mit dem Bundeskriminalamt unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt seit Mitte April Ermittlungen im Zusammenhang mit sechs vergifteten Gläsern Babynahrung.

Verärgerter Ex-Mitarbeiter

Wie die Krone Sonntagabend online berichtete, soll es sich bei dem 39-jährigen Tatverdächtigen um einen gekündigten Mitarbeiter der Hipp-Niederlassung in Gmunden im Salzkammergut handeln. Der gebürtige Slowake sei demnach dort tätig gewesen und im vergangenen Februar gekündigt worden, als der deutsche Babynahrungs-Hersteller eine von vier Produktionslinien an dem oberösterreichischen Standort stilllegte. 26 Mitarbeiter waren betroffen, für sie gab es einen Sozialplan. Aus Rache soll der 39-Jährige deshalb versucht haben, Hipp zu erpressen, so der Medienbericht. Die Festnahme erfolgte in seiner Wohnung in St. Gilgen am Wolfgangsee. 

Helmut Marban von der Landespolizeidirektion Burgenland wollte auf Anfrage des KURIER die Details nicht bestätigen. Er gab dazu keinen Kommentar ab.  

Indes laufen die Ermittlungen auf Hochtouren weiter. Der Tatverdächtige wurde am Sonntag in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert, es wurde die U-Haft beantragt.

Der Fall ist deshalb im Burgenland angesiedelt, weil zwei der sechs mit Rattengift versetzten Gemüsegläschen „Karotte mit Kartoffeln“ in einer Spar-Filiale in Eisenstadt platziert und verkauft wurden.

Während eines davon kurz darauf in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) auftauchte und der Polizei gemeldet wurde, ist das zweite Glas unauffindbar. Vier weitere vergiftete Gläser wurden in Tschechien und der Slowakei entdeckt.

Tödliche Dosis?

Für die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ist nun die zentrale Frage, ob es sich in dem Fall um Erpressung, vorsätzliche Gemeingefährdung und versuchte absichtliche schwere Körperverletzung handelt, oder ob das Verfahren gegen den 39-Jährigen in Richtung versuchten Mordes ausgeweitet wird.

Das ist dann der Fall, wenn die enthaltene Menge Rattengift in dem Babybrei letale Wirkung bei Kleinkindern hätte. Das sichergestellte Glas aus Eisenstadt beinhaltete laut toxikologischem Gutachten 15 Mikrogramm Rattengift – bei einer Glasgröße bzw. Inhalt von 190 Gramm.

Ein Sachverständiger wurde nun in einem Ergänzungsgutachten damit beauftragt, festzustellen, welche Folgen der Verzehr für ein Baby bzw. Kleinkind gehabt hätte.

Bei Hipp ist man „erleichtert“

Am Wochenende hat auch der Babykost-Hersteller Hipp auf die positive Nachricht der Kripo reagiert: „Die Ermittlungsbehörden haben uns mitgeteilt, dass ein tatverdächtiger Mann festgenommen wurde. Wir sind sehr erleichtert über diesen Entwicklungsschritt und danken den Behörden für ihre engagierte Arbeit. Sobald gesicherte neue Informationen vorliegen, werden wir wieder darüber informieren“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Der Täter hatte versucht, von der Firma zwei Millionen Euro in Kryptowährung zu erpressen. Allerdings wurde seine E-Mail in einem allgemeinen Postfach der Firma erst verspätet entdeckt. Da waren die Gift-Gläser bereits im Umlauf.

Ein Kleinkind hält ein Glas mit Hipp Gemüse Risotto Babynahrung in der Hand.

Über den Verdächtigen wurde die U-Haft verhängt.

Polizei gibt sich zugeknöpft

Was die Hintergründe und Informationen zum Tatverdächtigen anbelangt, gibt sich die Landespolizeidirektion Burgenland bewusst zugeknöpft. „Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. Inhalte der Befragung können derzeit keinesfalls öffentlich gemacht werden“, so die Polizei.

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