Babybrei-Erpressung: Was wir bisher wissen – und was noch immer nicht
Die Causa rund um eine Erpressung der Firma Hipp ist um eine Facette reicher: Laut Informationen der Polizei Burgenland wurden in einer Spar-Filiale in Eisenstadt zwei vergiftete Gläser Karotten-Kartoffelbrei verkauft. Während eines davon von Eltern im burgenländischen Schützen am Gebirge gefunden wurde, sucht man nun nach dem zweiten Produkt. Wie die Krone berichtet, soll dieses Glas nun gefunden worden sein - die Polizei will das aber vorerst nicht bestätigen.
Der Fall des vergifteten Babybreis ist auch gerade Hauptthema in allen Gruppen, in denen Eltern mit ihren Babys zusammenkommen. Der KURIER beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen.
Welche Produkte sind betroffen?
Als die Causa am Samstag öffentlich wurde, rief die Firma Hipp vorerst nur ihr Produkt "Karotte mit Kartoffel (190g)" zurück. Auf der Homepage des Unternehmens ist seit Montag aber nicht mehr spezifisch von diesem einen Gläschen die Rede. "Hipp ruft vorsorglich Babykostgläser, welche bei SPAR Österreich gekauft wurden, zurück"- heißt es. Zur Sicherheit haben mittlerweile aber auch Rewe, also Billa, und DM ihr Sortiment von Hipp aus den Regalen genommen.
Wie erkenne ich ein vergiftetes Produkt?
Wie die Polizei bekanntgab, wurden die vergifteten Gläser von den Erpressern offenbar am Boden mit einem weißen Sticker mit rotem Kreis markiert. Vermutlich wollten die Kriminellen damit verhindern, dass tatsächlich ein Kind zu Schaden kommt. Vielmehr wollte man damit vermutlich zeigen, wozu man in der Lage ist. Abgesehen von diesem Sticker weist auch ein beschädigter Verschluss darauf hin, dass mit dem Brei etwas nicht in Ordnung ist. Macht es beim Öffnen nicht das typische "Plopp"-Geräusch, sollten Gläschen aber ohnehin nie verzehrt werden, weil das bedeutet, dass das Vakuum, dass beim Erhitzen in der Produktion entsteht und für die Sicherheit sorgt, nicht mehr vorhanden war.
Wie gefährlich ist das Gift?
Die Gläschen dürften laut einer ersten Untersuchung mit Rattengift versetzt worden sein. Das Tückische daran ist, dass Symptome nach dem Verzehr erst zwei bis fünf Tage später auftreten können. Das sind mögliche Symptome:
- Starke Blässe oder Schwäche
- Nasenbluten
- Zahnfleischbluten
- Blaue Flecken
- Blut im Stuhl
Treten diese Symptome auf, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Eine Vergiftung kann - rechtzeitig entdeckt - gut behandelt werden. Da Rattengift Vitamin K und damit die Blutgerinnung hemmt, können Betroffene mit der Gabe von Vitamin K gut behandelt werden.
Wie gingen die Täter vor?
Wie erst am Montag bekannt wurde, dürfte das Erpresser-Schreiben schon Ende März in einen E-Mail-Ordner der Firma Hipp eingegangen sein. Weil es sich aber um einen allgemeinen Ordner handelt, der zwar regelmäßig, aber nicht permanent überprüft wird, wurde die Mail erst am 16. April entdeckt. Die Frist der Erpresser für die Überweisung von zwei Millionen Euro war zu diesem Zeitpunkt schon zwei Wochen verstrichen und die Täter hatten Ernst gemacht und die Gläschen vergiftet.
Wo führt die Spur der Täter hin?
Bisher wurden in der tschechischen Stadt Brünn zwei Gläser sichergestellt, ebenso wie in der Slowakei. In Österreich wurde ein Glas in Schützen am Gebirge entdeckt. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch ein zweites Glas in der selben Supermarkt-Filiale verkauft wurde. Warum man sich dabei so sicher ist, will die Polizei nicht verraten. Vermutlich liegt das an Angaben in der Erpresser-Mail.
Besteht weiterhin Gefahr?
Weil sich die Polizei mit Angaben zur Causa aus ermittlungstaktischen Gründen zurückhält, weiß die Öffentlichkeit nicht, wie es weitergehen könnte. Im Moment ist davon auszugehen, dass die Erpresser die vergifteten Gläschen in zufällig ausgewählten Supermärkten platziert haben. Solange die Täter nicht gefasst sind, ist auch unklar, ob ihre Forderung nach zwei Millionen Euro weiter besteht. Ist das der Fall, könnten die Kriminellen weitere Gläschen vergiften.
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