Rattengift in Babybrei: Erpresser fordern zwei Millionen Euro

Weil offenbar nicht bezahlt wurde, wurden die Gläschen vergiftet. In der Spar-Filiale in Eisenstadt zeigen sich Eltern entsetzt.
Hippglas

Bereits Ende März sollen Erpresser dem Unternehmen Hipp eine Mail geschickt und darin zwei Millionen Euro gefordert haben. Weil die Frist für die Zahlung aber verstrich - offenbar wurde die Mail zu spät gelesen - vergifteten die Kriminellen mehrere Gläser Babybrei mit Rattengift, wie die Zeitung Die Presse berichtet. 

Dass noch kein Baby den Brei gegessen hat, dürfte reiner Zufall sein. Eines der Gläschen wurde im burgenländischen Schützen am Gebirge von besorgten Eltern entdeckt. Eine Probe bestätigte kurze Zeit später, dass der Brei tatsächlich mit Rattengift versetzt war. Es besteht Lebensgefahr.

Entsetzte Eltern

Die betroffenen Produkte dürften ausschließlich an Spar verkauft worden sein. Die Spar-Filiale in Eisenstadt, die zirka zehn Autominuten von Schützen am Gebirge entfernt ist, ist am Montagmorgen gut besucht. Auch Mütter mit Kindern kaufen für die Familie ein. Die Schlagzeilen rund um den vergifteten Brei sind aber bei allen Kunden, mit denen der KURIER spricht, im Kopf: "Es ist ein Wahnsinn, was da passiert ist. Ich achte aber zum Glück immer darauf, ob man beim Öffnen der Gläser ein Plopp-Geräusch hört", erzählt Sabine Smudla. Dazu rät auch das Unternehmen Hipp. Außerdem sollte man besonders darauf achten, ob die Verpackung unversehrt ist. 

Spar Eisenstadt

Sabine Smudla kauft mit ihrem Sohn am Montag trotzdem bei Spar ein. 

Hipp-Brei wurde in allen Spar-Filialen vorsorglich aus dem Sortiment entfernt. Neben Österreich sind auch Produkte in Tschechien und der Slowakei betroffen. Im tschechischen Brünn wurden zwei vergiftete Gläschen in einem Geschäft sichergestellt, wie die Polizei bekanntgab. 

Sticker markieren vergifteten Brei

Auffällig ist, dass die Erpresser die vergifteten Gläser offenbar markiert haben. Laut Polizei befindet sich an der Unterseite ein weißer Sticker mit einem roten Kreis. Möglicherweise wollten die Kriminellen dadurch verhindern, dass tatsächlich ein Baby zu Schaden kommt und dem Konzern vielmehr zeigen, wozu man in der Lage ist. Die Frage ist nun, wo die Erpresser Zugriff auf den Brei hatten. Laut Hipp handelt es sich bei dem Rückruf "nicht um einen Produkt‑ oder Qualitätsmangel unsererseits. Die Gläschen haben unser HiPP Werk in einwandfreiem Zustand verlassen", heißt es auf der Homepage des Unternehmens. 

Die Ermittlungen werden mittlerweile länderübergreifend geführt. Hipp hat seinen Firmensitz im bayrischen Pfaffenhofen an der Ilm. Der Sprecher der Polizei Ingolstadt, wo die Ermittlungen geführt werden, bestätigte dem KURIER, dass man im Lauf des Tages weitere Details zur Causa veröffentlichen wolle. 

Weitere Untersuchungen des Breis

Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt nach eigenen Aussagen wegen „vorsätzlicher Gemeingefährdung“. Nach dem vorläufigen toxikologischen Gutachten, das das Rattengift festgestellt hatte, erfolge nun eine genauere Untersuchung. Dabei werde es um die Dosis gehen und wie gefährlich das Rattengift beim Verzehr gewesen wäre. 

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