Gesundheitsministerin über vergiftete Hipp-Gläser: "Seien Sie vorsichtig"

Am Wochenende wurde ein Glas Babynahrung mit Rattengift sichergestellt. SPÖ-Gesundheitsministerin Schumann rät zur Vorsicht.
RÜCKRUF ALLER HIPP-GLÄSER BEI SPAR - ERMITTLUNGEN WEGEN MANIPULATION

Zusammenfassung

  • In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden manipulierte Hipp-Babynahrungsgläser mit Rattengift entdeckt und polizeilich sichergestellt.
  • Spar hat alle Hipp-Babykost-Gläser aus den Regalen genommen und einen Rückruf gestartet, die Polizei warnt vor weiteren verdächtigen Gläsern mit auffälligen Merkmalen.
  • Gesundheitsministerin Schumann und die Behörden rufen zur besonderen Vorsicht auf, während Ermittlungen zu einem externen kriminellen Eingriff laufen.

In Österreich, Tschechien und der Slowakei läuft aktuell die Suche nach vergifteter Babynahrung.

Am Samstag wurde im Burgenland ein Glas Hipp-Babynahrung (Karotte-Kartoffelbrei) sichergestellt, dessen Inhalt bei einer Untersuchung positiv auf Rattengift getestet wurde. Gekauft wurde es bei einer Spar-Filiale in Eisenstadt. Die Supermarktkette hat daraufhin sämtliche Hipp-Babykost-Gläschen aus den Regalen genommen und einen Rückruf gestartet

Die Polizei geht davon aus, dass noch ein zweites manipuliertes Glas Babynahrung im Umlauf ist und mahnt zur Vorsicht. Die Bevölkerung solle "aufmerksam bleiben". Verdächtige Produkte sind erkennbar an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden. Hinzu kommt ein geöffneter oder beschädigter Deckel und ein fehlender Sicherheitsverschluss, wodurch das sogenannte Knack-Geräusch beim ersten Öffnen fehlt. Das bereits sichergestellte Produkt hat zudem übel gerochen.

Schumann "zutiefst bestürzt"

Gesundheitsministerin Korinna Schumann zeigt sich im Ö1-Morgenjournal "zutiefst bestürzt", dass "jemand offenbar bereit ist, aus kriminellen Motiven die Gesundheit von Babys zu gefährden" und ruft zu "besonderer Vorsicht" auf, bevor nicht alles geklärt ist. "Es kann ja nicht nur Babys betreffen, auch Menschen mit Behinderungen nützen diese Gläser", weist die Ministerin hin und appelliert an die Bevölkerung, "ganz besonders" aufzupassen. Bei Zweifeln oder Unsicherheiten solle man nicht zögern, "Hilfe zu holen". "Bitte seien Sie vorsichtig."

Auch in Tschechien und der Slowakei wurden markierte Gläser polizeilich sichergestellt. In Deutschland ist kein Fall bekannt, das Polizeipräsidium Oberbayern Nord hat dennoch Ermittlungen aufgenommen. Hipp hat seinen Firmensitz in Pfaffenhofen an der Ilm in Bayern. Von dort kam Freitagabend auch der Hinweis auf die Manipulation der Hipp-Produkte. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigt einen, wie er es nennt, externen kriminellen Eingriff. Ob ein Erpresserschreiben vorliegt, wollte er nicht kommentieren.

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