Rattengift in Babynahrung: Spurensuche im Burgenland dauert an

Nach Hipp-Rückruf im Burgenland: Zweites manipuliertes Glas weiter gesucht, Gutachten zu Rattengift noch ausständig.
Ein Kleinkind versucht, ein Glas mit Babynahrung mit beiden Händen zu öffnen.

Das zweite mutmaßlich manipulierte Hipp-Glas wird im Burgenland weiterhin gesucht. Trotz intensiver Bemühungen sei es bisher nicht gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Gleichzeitig wartet die Staatsanwaltschaft Eisenstadt auf eine ergänzende toxikologische Beurteilung des ersten sichergestellten Glases.

In diesem wurden 15 Mikrogramm Rattengift nachgewiesen. Geklärt werden soll, welche Folgen ein Verzehr gehabt hätte. Konkret geht es um die Auswirkungen auf den Körper eines Kleinkindes und die Frage, ob die Dosis tödlich hätte sein können. Welche Art von Rattengift enthalten war, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben.

Ermittelt wird wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung.

Das zweite Glas wurde in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft wie das erste, das vor fast zwei Wochen in Schützen am Gebirge sichergestellt worden war. Die Suche in Krankenhäusern, Alters- und Pflegeeinrichtungen, Kindergärten und -krippen sowie bei Familien mit Kleinkindern in der Umgebung blieb bisher ohne Erfolg. Auch ungarische Behörden wurden informiert, falls die Babynahrung im Grenzgebiet gekauft wurde.

Insgesamt wurden bisher fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt – in Österreich, Tschechien und der Slowakei. Die deutschen Behörden ermitteln wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers.

Der Rückruf der betroffenen Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm) gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.

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